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Die Mehrheit steht: Rettung für Katzheide

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

SPD, Grüne und SSW übernehmen Forderung der Initiative

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2015 | 06:04 Uhr

„Das Schwimmbad Katzheide bleibt erhalten.“ Mit diesem Satz eröffnen SPD, Grüne und SSW ihren Antrag zur Ratsversammlung Mitte Oktober. Das Bündnis übernimmt damit die Forderung der Initiative Pro Katzheide, die bereits 11  000 Unterschriften für ihr Bürgerbegehren gesammelt hatte. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Rat gilt die Zustimmung als gesichert. Die Abstimmung an der Wahlurne ist damit überflüssig, wie SPD-Ratsherr Torsten Stagars erklärt: „Die 250  000 Euro, die das Begehren kostet, können wir besser gebrauchen.“

Mit ihrer Entscheidung zieht das Dreier-Bündnis die Reißlinie im Streit um das Fortbestehen des beliebten Freibades auf dem Kieler Ostufer. Denn mit der Eröffnung des im Bau befindlichen Sport- und Freizeitbades an der Hörn in zwei Jahren sollte Katzheide auslaufen. Die Reparatur und Sanierung wäre viel zu teuer, hatte die Stadt bislang argumentiert: Von gut zehn Millionen Euro war offiziell die Rede.

Doch mit ihrem Zahlenwerk waren die Rathaus-Verantwortlichen nicht gut beraten. So hatte Gerwin Stöcken als Sozialdezernent vor einem Jahr die Instandsetzung von Katzheide auf 750  000 Euro veranschlagt. Tatsächlich benötigt aber wurden nur 52  000 Euro für das Nichtschwimmerbecken, und der Betrag für das in dieser Saison gesperrte Schwimmerbecken dürfte noch niedriger ausfallen. Der Gaardener Ratsherr Michael Schmalz verteidigt seinen Dezernenten: „Er hatte sich auf die Angaben der Bäder GmbH verlassen.“ Schmalz gesteht allerdings ebenso wie Fraktionskollege Wolfgang Schulz ein: „Das Kommunikationsverhalten der Verwaltung ist verbesserungswürdig.“

„Man hat sich geirrt“, erklärt auch Lydia Rudow von den Grünen. Jetzt werde der Kurs geändert. Die Zehn-Millionen-Euro-Schätzung der Stadt ist für sie keine Diskussionsgrundlage: „Alles unter 100  000 Euro ist machbar.“ Sven Seele vom SSW denkt sogar über neue Eigentumsmodelle nach. Am kleinen Bad in Hammer etwa, dem einzigen Kieler Freibad neben Katzheide, ist die Stiftung Drachsensee beteiligt.

Uwe Hagge, Pastor an der Sozialkirche in Gaarden und einer der Initiatoren für das Bürgerbegehren, freut sich über die „tolle Neuigkeit“ aus dem Rathaus. Für ihn steht fest: Der überwältigende Zuspruch für die Kampagne Pro Katzheide hat die Politiker zum Nachdenken gebracht. Hagge blickt voraus: „Vielleicht gehen wir jetzt einen gemeinsamen Weg.“ Mit Katzheide würden sich viele Kieler identifizieren, das könnte jetzt sogar noch wachsen. Hagges stille Hoffnung: Der Standort Gaarden wird aufgewertet.

Das sehen die Vertreter der Dreier-Koalition ähnlich. In den nächsten beiden Jahren will man im Bürgergespräch klären, wie das Katzheide der Zukunft aussehen soll, wie das Freibad attraktiver werden kann. Und bei akzeptablen Kosten wird Katzheide nach Ansicht von Lydia Rudow (Grüne), Sven Seele (SSW), Torsten Stagars, Michael Schmalz und Wolfgang Schulz (alle SPD) über viele Jahre Anlaufadresse für sonnenhungrige Wasserratten bleiben.  

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