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Forscher in Konkurrenz : Die Kieler Universität segelt zur Hannover-Messe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Spitzenforschung vorstellen, für die Region werben, Betriebe anlocken: Der gemeinsame Auftritt von Universität und KiWi Ende April auf der Wirtschaftsmesse verfolgt gleich mehrere Ziele. Mit dem Projekt hat die CAU im bundesweiten Konkurrenzkampf um öffentliche Förderung vorerst die Nase vorn.

Das ist ungewöhnlich und bundesweit wohl einmalig: Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) beteiligt sich mit einem eigenen Auftritt an der Hannover-Messe Ende April. Mit der Vorstellung der allermodernsten Forschungsfelder will man die eigene Attraktivität steigern und zugleich für die innovative Region an der Förde werben. Deshalb ist auch die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) mit an Bord.

Die Kieler Delegation wird ihren Platz in der Halle 2 finden, diese Heimstatt für Forschung und Technologie gilt gemeinhin als „Halle von Frau Wanka“. Johanna Wanka ist die amtierende Bundes-Bildungsministerin. Die CAU wird ihre aktuellen (und beantragten) Programme für Spitzenforschung vorstellen. Für dieses „Exzellenzcluster“ stehen öffentliche Zuschüsse bereit, die bundesweit hart umkämpft sind. Man darf also den Auftritt von Universität und KiWi durchaus als sichtbares Auftreten gegenüber der wissenschaftlichen Konkurrenz bewerten.

„Wir werden auf der Messe nichts verkaufen“, erklärte CAU-Präsident Lutz Kipp gestern auf Nachfrage, „wir stellen Ideen vor“. Das Projekt KLS (Kieler Lebenswissenschaften) etwa durchleuchtet das Zusammenspiel von Umwelt und mikrobieller Besiedlung der Lebewesen und feilt gleichzeitig an einer umfassenden Medizin-App, das den Gesundheitsstatus des Menschen per Smartphone erfassen kann.

In der Nanowissenschaft haben die Kieler Forscher ein Verfahren entwickelt, mit dem man Oberflächen unverträglicher Materialien nicht nur „verkleben“, sondern gleichzeitig wasserabweisend präparieren kann. Dem historischen Wechselspiel zwischen Gesellschaft, Umwelt und Kultur geht das sogenannte SECC-Projekt nach. Auf der Messe erfahren die Besucher, welche Hinweise dank modernster Analysetechnik aus 10  000 Jahre alten Knochen gewonnen werden können. Die Meeresforschung schließlich, das vierte Projekt, präsentiert Modelle für den Küstenschutz und macht anschaulich, wie aus zigtausenden Einzelfotos vom Meeresboden irgendwann ein brauchbares 3-D-Modell entsteht.

Für den Auftritt in Hannover (24. bis 28. April) haben die Kieler Macher sogar ein eigenes Logo nach dem Modell der „Sailing City“, der Segelstadt an der Förde, entworfen. Natürlich trägt das wellenschnittige Boot die lilafarbenen Segel der CAU. Den „Transport des Wissens“ von der Spitzenforschung hinein in die einzelnen Betriebe will CAU-Presseprecher Boris Pawlowski damit symbolisiert wissen. Zudem ist der Kieler Stand in der Hannoveraner Messehalle 2 einem sicheren Hafen nachempfunden. KiWi-Geschäftsführer Werner Kässens ist überzeugt, dass die Nähe zur CAU sich für die Betriebe auszahlen kann: „Wenn die Universität erfolgreich in der Forschung ist, können die Unternehmen erfolgreich in der Vermarktung sein.“  

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erstellt am 04.Apr.2017 | 17:54 Uhr

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