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Ehrgeizige Pläne : Die Hörn erhält ein neues Gesicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die „Gesellschaft Hörnbebauung“ will bis Ende 2016 ein tragfähiges Konzept für die Brachflächen auf der Ostseite der Kieler Förde vorlegen. Daran ist auch der ehemalige Stadtbaurat Klein-Knott mit einer eigenen Planungsgesellschaft beteiligt

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2015 | 11:50 Uhr

Es geht voran mit dem Plan, die brachliegenden Flächen auf dem Ostufer der Hörn besser zu nutzen. Eine Projektgemeinschaft aus zehn Unternehmen der Wohnungsbranche hat jetzt den Zuschlag für drei Felder mit einer Fläche von zusammen 11  000 Quadratmetern erhalten. Bis Ende 2016 will die „Gesellschaft Hörnbebauung“ ihre Pläne unterschrifts- und genehminungsreif präsentieren. Von 400 bis 500 Privatwohnungen ist die Rede. Das bedeutet gleichzeitig: Die Standflächen zur Kieler Woche, darunter das beliebte Unser-Norden-Dorf, stehen wahrscheinlich schon 2017 nicht mehr zur Verfügung. Anders ausgedrückt: Nicht nur die Hörn, auch die Kieler Woche erhält ein neues Gesicht.

Die Flächen an der Hörn gelten als lukrativ. Die Nähe zum Oslo-Terminal, zur Hörn-Klappbrücke und damit zum Bahnhof macht das Areal interessant für Investoren. Bislang sind dort, wenn man von den sogenannten „Schmidt-Bauten“ am Germaniahafen absieht, allerdings vorwiegend Gewerbeflächen entstanden. Auch die Investitionsbank hat angekündigt, ihre verstreuten Standorte künftig in einer Zentrale an der Hörn zu konzentrieren. Die „Hörnbebauung“ will sich jetzt aber verstärkt dem Wohnungsbau widmen – nur 15 Prozent der Nutzflächen sind für das Gewerbe vorgesehen.

Zu den zehn Akteuren gehören unter anderem die Wohnungsbau-Unternehmen Kieler Stadthaus GmbH, Frank Heimbau Nord, das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eckernförde, die Gewoba Baugenossenschaft aus Schleswig und die Wankendorfer Baugenossenschaft. Hinzu kommen Mitglieder wie Haus & Grund oder die Norddeutsche Grundstücks-Entwicklungsgesellschaft (NGEG).

Das ist für Helmut Knüpp zwar eine „ungewöhnliche Projektgemeinschaft“, besondere Schwierigkeiten sieht der Wankendorfer Vorstandschef darin allerdings nicht. Die durchaus unterschiedlichen Interessen können mit unterschiedlichen Angeboten bedient werden: privates Wohneigentum, Mietwohnungen, sozial geförderter Wohnraum. Eine eigene Arbeitsgruppe soll in den nächsten Monaten sowohl eine Machbarkeitsstudie als auch ein detailliertes Nutzungskonzept erarbeiten. Ein Architektenwettbewerb wird dann über das endgültige Aussehen des Hörn-Quartiers entscheiden.

Interessant ist, dass bei dem Millionen-Projekt auch Kiels ehemaliger Stadtbaurat Ronald Klein-Knott mit im Boot ist. Mit seiner eigenen Hamburger Gesellschaft für Entwicklung und Vermarktung (GEV) gehört er der „Gesellschaft Hörnbebauung“ an – und Klein-Knott dürfte das Areal an der Hörn noch sehr genau aus seiner Amtszeit kennen.

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