Neubau an der Hörn : Die Förde spendet die Energie

Markanter Neubau mit fünf Vollgeschossen: Aus luftiger Perspektive kann man die Zweiteilung des Hauses erkennen, das direkt neben der Hörn (oben) hochgezogen wird.
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Markanter Neubau mit fünf Vollgeschossen: Aus luftiger Perspektive kann man die Zweiteilung des Hauses erkennen, das direkt neben der Hörn (oben) hochgezogen wird.

Als erstes Gebäude setzt der geplante Neubau der Investitionsbank auf den Einsatz einer Wärmepumpe mit dem Wasser der Hörn. Für das gut 90 Millionen Euro Projekt sollen im Frühjahr die ersten Baukolonnen anrücken. Fertigstellung ist für 2021 geplant.

shz.de von
17. Juli 2018, 18:06 Uhr

Vor wenigen Tagen erst hatte die Projektgemeinschaft Hörnbebauung ihre Pläne für ein neues Wohnquartier mit 415 Wohnungen vorgestellt. Gestern zog die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB SH) nach. Die landeseigene Förderbank wird ebenfalls auf der Ostseite der Hörn einen Neubau für 650 Mitarbeiter errichten. Im Frühjahr 2019 sollen die ersten Baukolonnen anrücken, zwei Jahre später wird die IB ihre im Stadtgebiet verteilten Standorte aufgeben und ihre Kräfte auf dem Gaardener Ostufer bündeln.

Der fünfgeschossige Neubau besteht eigentlich aus zwei getrennten Häusern. Über der künftigen Straße „Zur Helling“ sind sie im vierten Stockwerk mit einem gläsernen Gang verbunden. An der Frontseite zur Förde hin ist innerhalb der Kolonnaden ein öffentliches Café vorgesehen, an das sich die IB-Kantine anschließen wird. Für die Außenfassade wird norddeutscher roter Backstein, im zugänglichen Innenhof weißes Baumaterial verwendet. Die eigene Tiefgarage kann 200 Autos aufnehmen, ebenso viele Abstellmöglichkeiten sind für Fahrräder vorgesehen.

Eine Besonderheit wird später überhaupt nicht mehr sichtbar sein. Als vermutlich erstes Gebäude am Förde-Ufer überhaupt erhält der IB-Neubau eine Wärmepumpe, die mit Fördewasser gespeist wird. Im Winter wird damit geheizt, im Sommer gekühlt. Spürbare Auswirkungen auf die Hörn (und die Tierwelt im Wasser) soll das Projekt nicht haben. Dank der Wärmepumpe wird ein energetischer Standard erreicht, der nach Berechnung der Ingenieure um 20 bis 30 Prozent besser ausfällt als die gesetzlichen Vorgaben.

„Wir gehen mit gutem Beispiel voran“, betont IB-Vorstandschef Erk Westermann-Lammers das nachhaltige Bauen. Immerhin begleite man auf Landesebene die Energiewende. Insgesamt wird der Neubau, entworfen von Architekt Jan Giesen aus dem Berliner Büro HW + P, rund 90,5 Millionen Euro kosten. Die Rimota Verwaltung GmbH als Tochter der BAM Immobilien-Dienstleistungen wird das Projekt hochziehen und später auch für 25 Jahre betreuen. Stadträtin Doris Grondke freut sich über die jüngste Entwicklung für Wohnen und Arbeiten auf dem Hörngelände: „Das Areal, das seit Jahren brach liegt, wird jetzt lebendig. Es wird eine gute Adresse.“

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