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Immer mehr Besucher : Die Förde als Touristen-Magnet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das deutliches Plus bei den Gäste-Zahlen zeigt die wachsende Beliebtheit der Landeshauptstadt. Das soll auch so bleiben. Kiel-Marketing wirbt im neuen Tourismus-Katalog mit Kulinarischem, Weihnachtlichem und mit dem Matrosenaufstand.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 18:22 Uhr

Das sind Herausforderungen, denen sich Kiel-Marketing nur zu gerne stellt. Weil sämtliche Zahlen für den Tourismus an der Förde nach oben zeigen, verstärken sich die Anstrengungen, Kiels Besonderheiten zu betonen. Schon um den Besuchern zu zeigen, dass die Region Kiel mehr als eine einzige Reise wert ist. Im neuen Katalog stehen beispielsweise kulinarische Stadtführungen, Besuche auf den fünf benachbarten Weihnachtsmärkten der Innenstadt sowie die historische Bedeutung als Marinestadt im Vordergrund. Die Feiern zu „100 Jahre Matrosenaufstand“ werden bekanntlich das gesamte Jahr 2018 prägen – das soll sich auch beim Tourismus niederschlagen.

Im jüngsten Halbjahresbericht meldete Kiel-Marketing mit 323  000 Übernachtungen (in Betrieben mit mindestens zehn Betten) ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 8,6 Prozent. Landesweit sind es „nur“ 5,4 Prozent. Bei 158  600 Ankünften errechnet sich eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von zwei Tagen in Kiel. Diesen vergleichsweise niedrigen Wert zu erhöhen, ist eines der Ziele, die an den neuen Katalog geknüpft sind.

Er ist in einer Auflage von 24  000 Stück erschienen, liegt in Kiel an vielen Orten aus, wird natürlich auf Messen wie der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vertrieben und auf Wunsch auch verschickt. Dabei decken die Angebote höchst unterschiedliche Interessen von Kiel-Besuchern ab. So kann die Landeshauptstadt als Sitz des bekanntesten deutschen Handballvereins und neuerdings auch eines Fußball-Zweitligisten erfolgreich bei den Sportfans punkten. Historische Segler, der Nord-Ostsee-Kanal und der Kieler Hafen sprechen die Schiffahrtsfreunde, Radtouren inclusive E-Bike-Ausleihe die Öko-Touristen an.

Als lukrativ erweisen sich auch die Stadtrundfahrten. Die vor zwei Jahren eingeführten Touren im roten Doppeldecker sind ebenso beliebt wie Rundflüge (nicht nur) zur Kieler Woche. Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel-Marketing, verweist auch auf den anhaltenden Trend zu maritimen Hochzeiten. Dabei sind es nach seiner Beobachtung oft ehemalige Kieler (Studenten oder Soldaten etwa), die den Holtenauer Leuchtturm oder die „MS Stadt Kiel“ fürs Ja-Wort chartern.

Insgesamt hat sich laut Wanger herausgestellt, dass Senioren ab 62 Jahren die reisefreudigste Gruppe stellen. „Und sie geben auch ein paar Euros aus.“ Im Aufwind befinden sich ebenfalls internationale Reisegruppen, vorneweg Besucher aus Dänemark und dem übrigen Skandinavien. Aktuell sorgen aber die Polen am stärksten dafür, dass die Zahl ausländischer Übernachtungen im Raum Kiel um stolze 24 Prozent gestiegen (landesweit; 7 Prozent).

Mitunter hilft es den Kieler Experten, wenn Gäste von außerhalb die Vorzüge der Kieler Förde preisen. Die Chinesen etwa loben, dass sie nahezu alle Attraktionen, die die Landeshauptstadt zu bieten hat, bequem zu Fuß ablaufen können. Und die Gäste aus der berühmten US-Hafenstadt San Francisco – die erst vor wenigen Tagen im Rathaus eine offizielle Partnerschaft mit Kiel unterzeichneten – stellten erleichtert fest, dass in der Förde keine gefährlichen Haie leben. Aus all diesen Bemerkungen zieht Uwe Wanger eine klare Aussage für den Tourismus: „Kiel hat Potenzial.“  

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