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Mensch des Jahres : Die Chefin der Entenrennen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Abstimmung zum Menschen des Jahrs 2016 läuft. Jeder sh:z-Standort hat einen Kandidaten benannt. Für Kiel ist Marlis Halft nominiert. Elf Jahre lang hat die 62-Jährige die Entenrennen auf der Förde organisiert – und dabei 700 000 Euro an Spenden eingefahren.

Sie selbst bezeichnete sich immer gerne als Kieler „Oberente“, nun allerdings ist sie „Oberente a. D.“: Marlis Halft hat die jährlichen Entenrennen der mittlerweile sechs Kieler Lions-Clubs initiiert und federführend organisiert.

Als sie, seit 2002 selbst Mitglied bei den Lions, einen Zeitungsartikel über ein Entenrennen in Eutin entdeckte, fragte sie sich, warum das nicht auch in Kiel möglich sein sollte. Anfängliche Bedenken innerhalb der Lions konnten sie und ihr damaliger Chef und Lion, Dr. Joachim Albrecht, relativ schnell zerstreuen. Schwieriger war es schon, die Hürden der Bürokratie zu überwinden und alle Auflagen zu erfüllen.

2006 war es dann soweit – die ersten 10  000 Enten konnten starten. Was damals niemand ahnte; Das Kieler Entenrennen sollte sich zum erfolgreichsten seiner Art bundesweit mausern, seit Jahren ist Ministerpräsident Torsten Albig Schirmherr. Das alles ist dem Engagement von Marlis Halft geschuldet. „Zeitweise bin ich mit drei Rennen gleichzeitig beschäftigt. Das Vergangene muss nachbearbeitet werden, unter anderem die Abrechnung für die Lotteriestelle des Landes, das aktuelle ist in vollem Gange, und das Kommende wird vorbereitet“, so die 62-Jährige.

Und es stehen Sponsorenakquise, Antragstellung bei Stadt und Land, Vorbereitung der einzelnen Veranstaltungen, Erstellung der Infomappen, Überarbeitung des Internetauftritts, Entenbestellung und etliches andere auf der Agenda. Aufgaben, die ohne ihr Team nicht machbar wären, wie Marlis Halft, die auch einem Vollzeitjob als Arzthelferin nachgeht, stets betont. So wie sie sich anfangs Ratschläge bei anderen Veranstaltern holte, wenden sich heute Veranstalter an sie, um Tipps zu bekommen.

Dank ihres Engagements sind in den vergangenen elf Jahren über 700  000 Euro zusammengekommen, von denen Kinder und Jugendliche profitieren – vom Kinderherzzentrum am UKSH über den Förderkreis krebskranker Kinder und das Projekt KLEE der Kieler Hospizinitiative bis hin zum Verein Trauernde Kinder.

„Es war unfassbar, dass wir schon mit dem ersten Rennen viel Gutes tun konnten. Man bekommt unheimlich viel von den Betroffenen zurück“, so Marlis Halft. Nach dem elften Entenrennen hat sie im Sommer die Organisation dennoch in neue Hände übergeben. „Ich möchte etwas mehr Zeit für mich haben. Jetzt sind mal andere dran“, sagt sie. Übrigens: Nebenbei organisiert sie noch das jährliche Benefiz-Gospelkonzert mit dem Holtenauer Gospelchor, wirkt mit beim Punschverkauf zugunsten der Seemannsmission und ist Mit-Organisatorin der Kieler Nierenwoche.

Zeit fürs Private? „Die ist auch da. Ich habe Freunde und Bekannte, ein Haus mit Garten, der versorgt werden muss, und auch Hobbys wie Lesen und Fotografieren. Alles eine Frage der Organisation“, wie sie sagt. Da verwundert es nicht, dass Marlis Halft bereits ein neues Projekt vorschwebt, das aber noch nicht verraten wird. „Ich war schon als Kind mit der Sammelbüchse fürs Müttergenesungswerk unterwegs. Ich bin so erzogen worden“, sagt die „Oberente a. D., als wäre es das Normalste der Welt. Dass sie als „Mensch des Jahres“ vorgeschlagen wird, sieht sie nicht nur als Würdigung für sich selbst: „Ich sehe es auch und insbesondere als Würdigung des Ehrenamtes und finde es wichtig, dass das Ehrenamt sichtbar gemacht wird“, so ihr bescheidener Kommentar.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 19:07 Uhr

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