zur Navigation springen

Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften : Die „Bibliothek des Jahres 2014“ steht in Kiel

vom

Dank ihrer fortschreitenden Digitalisierung gilt sie als „radikal modern“. Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Kiel wurde als „Bibliothek des Jahres“ ausgezeichnet.

Kiel | Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel ist am Freitag als „Bibliothek des Jahres 2014“ ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte sie als „radikal moderne Bibliothek“. Mit ihrer Kunden- und Innovationsorientierung könne sie als Vorbild für andere Bibliotheken dienen. Sie verbinde exzellente digitale Leistungen mit höchster Servicequalität für Forschende, Lehrende und Studierende. Den Preis vergibt der Deutsche Bibliotheksverband. Im Vorjahr hatte die Stadtbibliothek Stuttgart die Auszeichnung erhalten.

Die Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, direkt neben dem Institut für Weltwirtschaft, setzte sich in diesem Jahr gegen sieben weitere Einrichtungen durch. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, gratulierte der ZBW und hob in seinem Festvortrag die hohe Bedeutung von Bibliotheken für das Weltverständnis und die Forschung hervor. Die ZBW beschreite mit dem Einsatz sozialer Medien selbstbewusst neue Wege in der Dienstleistung für die Informationsversorgung und geht damit weit über die üblichen Bibliotheksstandards hinaus, lobte der Vorsitzende des Bibliotheksverbandes, Frank Simon-Ritz. „Ihr Wissen gibt die ZBW an Bibliotheken im In- und Ausland weiter und trägt zur Weiterentwicklung der gesamten Bibliothekswelt bei.“

Die ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, so der offizielle Name, ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Einrichtung dieser Art für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag. Sie hat auch einen Standort in Hamburg.

Im vergangenen Jahr luden die ZBW-Nutzer 3,8 Millionen Artikel und andere Dokumente herunter. Das ist mehr als das Zehnfache der klassischen Ausleihe. „Wir haben pro Jahr 300.000 Ausleihen von Druckwerken“, sagte Direktor Klaus Tochtermann. „Ein Grund für die Auszeichnung ist unser Thema 'Science 2.0'“, sagte Tochtermann. Neben dem klassischen Lesesaal können Nutzer über verschiedene Kanäle auch im Internet auf den Bestand zugreifen. Außer Blogs und Wikis kommen dafür auch Google Services und soziale Medien infrage. „Wir haben viele internationale Kunden, die unseren Bestand online nutzen“, sagte Tochtermann. Im Online-Bereich mache dies gut ein Viertel der Nutzer aus. Wissenschaftliche Zeitschriften würden mittlerweile zum Teil nur noch in digitaler Form angeboten, sagte Tochtermann.

Wenn es die Wahl gebe, nehme die Bibliothek lieber das elektronische Angebot als die Printausgabe. Noch machten die digitalen Dokumente aber nur einen kleinen Anteil aus. „Wir haben 4,2 Millionen Druckwerke und wir liegen vielleicht bei einem Prozent an Digitalem.“ Ziel sei es, langfristig auch den Print-Bestand zu digitalisieren. Die klassische Fernleihe gebe es zwar immer noch, sagte Tochtermann. „Die Zahlen sind aber natürlich rückläufig.“ Seine Vision sei eine rein digitale ZBW, die nur noch Druckbestände hat, die historisch wertvoll sind. Er werde dies in seiner aktiven Zeit aber nicht mehr erleben, sagte der 50-Jährige.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 14:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen