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Feldstrasse in Kiel : Die Anklage wegen Brandstiftung steht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Staatswaaltschaft ist überzeugt: Für das verheerende Feuer Ende Juni in einem Haus an der Feldstraße sind drei Brandstifter verantwortlich. Der Dönerladen-Inhaber soll zwei junge Männer bezahlt haben, den Brand zu legen – er wollte Geld von der Versicherung kassieren.

Brand am frühen Morgen des 29. Juni in einem Wohnhaus an der Kieler Feldstraße: Das Feuer breitete sich schnell vom Imbissladen im Erdgeschoss bis ins Dach aus – und brachte 30 Bewohner in Lebensgefahr (wir berichteten). Schnell kam heraus: Der Imbissbetreiber (43) steht unter dem Verdacht, zwei Bekannte (20/23 Jahre alt) mit der Brandstiftung beauftragt zu haben. Ein Vierteljahr nach der Tat sind die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die drei Männer erhoben. Der Vorwurf: besonders schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung.

„Das ist ein toller Ermittlungserfolg nach dieser kurzen Zeit“, freut sich Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Der guten Arbeit der Feuerwehr und dem disziplinierten Verhalten der Bewohner sei es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Die Situation vor Ort war extrem schwierig. Etliche Mieter mussten auf der Flucht vor den Flammen auf Nachbarbalkone klettern, von wo die Feuerwehr sie über Leitern retten konnte. Glücklicherweise ist bei der halsbrecherischen Aktion niemand abgestürzt.

Das Haus war wegen Einsturzgefahr wochenlang gesperrt, bis die Mieter erstmals ihre verrußten, teilweise völlig ausgebrannten Wohnungen betreten durften. Möbel, Kleidung, Fotoalben, Erbstücke, Bücher, Bilder, Schallplatten – vieles war vernichtet. Die Mieter hatten in der Brandnacht nur retten können, was sie am Körper trugen, die meisten brachten sich barfuß in Sicherheit.

Die Mittäter haben laut Staatsanwaltschaft gestanden und zur Aufklärung des Falls beigetragen. Der mutmaßliche Auftraggeber selbst sagt nicht aus – und befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Er hat Birgit Heß zufolge bei einer Verurteilung „eine sehr hohe Strafe zu erwarten“. Hintergrund soll ein versuchter Versicherungsbetrug sein. „Den Mittätern wurde ein niedriger vierstelliger Betrag in Aussicht gestellt, wenn alles klappt“, so Birgit Heß. Ein Termin für den Prozess am Landgericht steht noch nicht fest.

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erstellt am 20.Okt.2015 | 18:17 Uhr

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