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Die Berufsfeuerwehr Kiel trainiert : Dichter Qualm im Krankenhaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wie rettet man Menschen in Pflege-Einrichtungen am schnellsten bei einem Brand? Die Kieler Berufsfeuerwehr probte den Ernstfall im Lubinus-Clinicum.

Qualm drang am Sonnabend aus den Fenstern der Station 2 des Lubinus Clinicums am Steenbeker Weg. Was auf den ersten Blick auf ein Schreckensszenario schließen ließ, erwies sich aber zum Glück als eine Übung der Kieler Berufsfeuerwehr in Zusammenarbeit mit der Klinik. Mehrmals im Jahr hält die Kieler Wehr bei Lubinus kleinere Übungen mit der Drehleiter ab, auch um das Objekt besser kennenzulernen. „Durch Laufkarten haben wir zwar einen Überblick über verschiedene Objekte, sind dort aber letztendlich nicht zu Hause“, so Michael Feindt von der Feuerwehr, der die Übung leitete. Da bot es sich an, eine größere Übung auf der zurzeit wegen Umbauarbeiten geschlossenen Station 2 der Klinik zu absolvieren.

Das Szenario, das man zusammen mit Martin Doose, Haustechniker und Brandschutzbeauftragter bei Lubinus, ausgearbeitet hatte: In einem Patientenzimmer im ersten Stock ist ein Feuer ausgebrochen, ein Großteil der Patienten wurde bereits vom Klinikpersonal, welches über entsprechende Einweisungen für Ernstfälle verfügt, evakuiert. Vier Personen werden noch auf der Station vermisst. Während ein Teil der Einsatzkräfte die Vermissten sucht und drei von ihnen – sie werden dargestellt von Lubinus-Mitarbeitern – verletzt findet und birgt, machen sich andere bereit, den Brand im verqualmten Zimmer zu bekämpfen, wobei sie auch den vierten Vermissten, eine Puppe, finden und per Drehleiter ins Freie retten.

Dass eine Übung stattfindet, war den Einsatzkräften bekannt, was genau auf sie zukommen wird aber nicht. „Das wissen wir im Ernstfall in der Regel auch nicht“, so Oliver Greve. „Im Ernstfall wäre es auch nicht, wie bei der Übung, bei einem Löschzug mit 16 Mann und einem Notarzteinsatzfahrzeug geblieben. Da hätten wir beim Eintreffen sofort einen Zug der Ostwache und mindestens eine Freiwillige Wehr nachalarmiert“, so Michael Feindt und Dirk Ninow, Einsatzleiter der Kieler Wehr, unisono. Mit dem Verlauf des Einsatzes waren beide zufrieden. „Es lief alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten“, so das Fazit von Feindt.

Das größte Problem bei Bränden in Kliniken oder auch Pflegeheimen ist laut seinen Worten die relativ hohe Personenzahl auf engem Raum sowie die Bewegungseinschränkungen der Patienten oder Bewohner. „Da ist es hilfreich, wenn, wie heute theoretisch, das Personal vor Eintreffen der Feuerwehr schon Evakuierungen durchführt“, so Feindt weiter. Und darauf ist man bei Lubinus vorbereitet – mit dem „Hamburger Rettungstuch“, welches als unterste Lage auf den Betten liegt. Damit ist es einer Person
allein möglich, einen Patienten sicher aus dem Gefahrenbereich zu ziehen, selbst über Treppen hinweg, wie vor der eigentlichen Übung eindrucksvoll gezeigt
wurde.

Übungseinsätze wie am Sonnabend im Lubinus-Clinicum dienen der Sicherheit der Rettungskräfte wie auch der Patienten. Denn bei einem echten Notfall zählt jede Sekunde.

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erstellt am 30.Jul.2017 | 13:59 Uhr

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