Sommerkurs : Deutsch lernen an der Förde

Roberta Ugolini und Andreas Ritter wurden vor Jahren Freunde beim Sommerkurs. Dahinter die 80 aktuellen Teilnehmer.
Roberta Ugolini und Andreas Ritter wurden vor Jahren Freunde beim Sommerkurs. Dahinter die 80 aktuellen Teilnehmer.

80 Teilnehmer aus 25 Nationen lernen unsere Sprache derzeit in der Landeshauptstadt. Seit 70 Jahren organisiert die CAU den internationalen Sommerkurs, in dem neben Deutsch und Exkursionen auch die Geschichte des Landes auf dem Programm.

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24. Juli 2014, 04:08 Uhr

Der internationale Sommerkurs hat an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel Tradition. Seit 70 Jahren kommen regelmäßig von Mitte Juli bis August rund 80 Teilnehmer aus mehr als 25 Nationen, um in Kiel Deutsch zu lernen. „Die meisten sind Studenten ausländischer Universitäten, aber auch Lehrkräfte und andere Berufstätige sind dabei“, erklärt Andreas Ritter vom International Center der CAU. Der 48-Jährige koordiniert seit 1991 den internationalen Sommerkurs mit 90 Stunden Deutsch-Unterricht, Exkursionen und Vorträgen.

Wie funktioniert die deutsche Wirtschaft, wie das Regierungssystem? Wie sah Schleswig-Holstein zu Zeiten des Nationalsozialismus aus? Das sind Themen der wissenschaftlichen Vorträge. Auf Exkursionen an die Westküste, nach Lübeck oder Hamburg lernen sie den Norden etwas besser kennen. Die meisten von ihnen kommen aus den USA, Russland oder Polen, seltener sind Afrikaner oder Japaner vertreten.

Einigen gefällt das Programm, das inklusive Halbpension rund 950 Euro kostet (etwa die Hälfte der Teilnehmer hat ein Stipendium), so gut, dass sie seit Jahren immer wieder im Sommer nach Kiel kommen. Die Italienerin Roberta Ugolini aus Trient ist so ein „Wiederholungstäter“. Seit 1996 ist sie regelmäßig beim Sommerkurs dabei, eine Freundschaft zum Organisator Andreas Ritter ist entstanden. Er besucht sie im Winter mit seiner Familie zum Skifahren, ihr Partner kommt nach dem Kurs nach Kiel und sie verbringen den restlichen Urlaub hier. Warum macht sie das? „Mir gefallen die Landschaft, die Menschen und die Atmosphäre“, erzählt die Lehrerin. Früher unterrichtete sie auch Deutsch an einer Grundschule, doch heute, wenn sie die Sprache nicht so oft spricht, „geht sehr viel verloren.Das versuche ich hier neu zu erlernen“.


Infos

www.international.uni-kiel.de/

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