Schleswig-Holstein : Deutlich weniger Täter-Opfer-Ausgleich bei jungen Leuten in SH

Konfliktschlichtung statt Richterspruch: Bei Jugendlichen sanken die Zahlen für dieses Verfahren dramatisch.

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02. August 2018, 09:19 Uhr

Kiel | Konfliktschlichtung mit einem Vermittler statt Richterspruch – so läuft der sogenannte Täter-Opfer-Ausgleich. Rund 1700 solcher Verfahren werden in Schleswig-Holstein jährlich geführt.

Die Schwankungen waren in den vergangenen fünf Jahren relativ gering, wie aus der Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Weber hervorgeht. Eine Auffälligkeit gab es im vergangenen Jahr aber doch: Die Zahl der Verfahren mit Jugendlichen und Heranwachsenden sank 2017 stark auf 353, nachdem es im Vorjahr noch 602 waren und 2014 sogar 704.

Weber sprach von einer erschreckenden Entwicklung. „Gerade im Bereich der Jugenddelinquenz halte ich den Täter-Opfer-Ausgleich für ein geeignetes Instrument“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Für diesen drastischen Rückgang gibt es für mich noch keine Erklärung.“ Hier gelte es, weiter nachzuhaken.

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