Robert-Koch-Institut : Deutlich mehr Windpocken-Fälle in SH

<p>Typischer Hautausschlag bei einer Windpocken-Erkrankung. </p>
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Typischer Hautausschlag bei einer Windpocken-Erkrankung.

Im ersten Halbjahr 2016 ist die Zahl der Windpocken-Fälle im Nornden deutlich angestiegen. Experten raten, Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen.

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01. August 2016, 11:29 Uhr

Kiel | Die Zahl der Windpockenfälle hat in Schleswig-Holstein stark zugenommen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden nach Angaben der AOK Nordwest vom Montag 354 Infektionsfälle gemeldet und damit fast 53,3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum (231). In Deutschland nahm die Zahl insgesamt um 29,4 Prozent zu.

Als eine Ursache für die steigende Zahl von Windpocken-Fällen wird die gestiegene Zahl von Flüchtlingen im Land diskutiert. Im ersten Halbjahr 2016 wurden rund 6500 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein aufgenommen. Viele von ihnen sind nicht gegen Windpocken geimpft.

Die AOK berief sich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Berlin. „Aufgrund der steigenden Infektionsfälle raten wir dringend dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen“, sagte der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlten solche empfohlenen Impfungen.

2015 wurden in Schleswig-Holstein insgesamt 561 Windpocken-Fälle gemeldet, 463 waren es im Jahr zuvor. Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind sehr ansteckend. Die Infektion kann auch Erwachsene betreffen. Den höchsten Anstieg der Fälle gab es im ersten Halbjahr in den Städten Kiel und Lübeck sowie im Kreis Pinneberg. Eine Impfung könne zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter vorgenommen wurde, gab die AOK an.

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