A7 Ausbau : Deutlich mehr Unfälle in der Dauerbaustelle A7

Der Lärmschutztunnel im nördlichen Hamburger Stadtteil Schnelsen wird deutlich später fertig als geplant – wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2019.
Der Lärmschutztunnel im nördlichen Hamburger Stadtteil Schnelsen wird deutlich später fertig als geplant – wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2019.

Verkehrsminister Bernd Buchholz verspricht Fertigstellung des sechsspurigen Ausbaus in Schleswig-Holstein bis Ende des Jahres.

Kay Müller von
16. Januar 2018, 08:18 Uhr

Es kracht zunehmend auf der A7-Baustelle zwischen Bordesholm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und dem Hamburger Stadtrand. Waren es 2016 noch 741 Unfälle, sind die Zahlen im vergangenen Jahr auf 1030 angestiegen. „Die Steigerung ist eklatant“, sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP), der am Montag mit dem Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (SPD) zum traditionellen A7-Jahresgespräch nach Kiel geladen hatte. „Die vergleichsweise gute Nachricht ist, dass es fast immer bei Blechschäden geblieben ist“, so Buchholz weiter.

Vor Beginn der Bauarbeiten für den sechsspurigen Ausbau im Jahr 2014 hatte es auf dem 65 Kilometer langen Abschnitt 559 Unfälle gegeben, ein Jahr später war es durch die verengten Fahrbahnen und die zum Teil neue Streckenführung zu 790 Unfällen gekommen, 2016 krachte es 741 Mal.

1030 Mal krachte es im Bereich der A  7-Baustelle.
dpa
1030 Mal krachte es im Bereich der A 7-Baustelle.

Warum die Zahlen jetzt wieder so stark angestiegen sind, darüber konnte auch Buchholz nur mutmaßen. „Möglicherweise haben sich manche Verkehrsteilnehmer mit den Tempolimits noch nicht angefreundet“, so der Minister.

Er forderte die Autofahrer zu mehr Achtsamkeit auf: „Zusammen mit allen Beteiligten werden wir die Zahlen detailliert auswerten, um weitere Optimierungen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit zu veranlassen.“ Sorgen macht Buchholz, dass die Zahlen auch in den Abschnitten, die bereits fertiggestellt sind und auf denen Tempo 120 gilt, nicht zurückgegangen sind. Meist handele es sich um Auffahrunfälle. „Haben Sie etwas Geduld“, ermahnte der Minister die Autofahrer. Denn: „Wir sind im Jahr des Endspurts. Wir wollen und werden Ende des Jahres mit dem Ausbau in Schleswig-Holstein fertig werden.“

Neben der Fahrbahn werden unter anderem 72 Brücken, der 550 Meter lange Lärmschutztunnel in Hamburg-Schnelsen, 100.000 Quadratmeter Lärmschutzwände, 70 Verkehrszeichenbrücken und zehn Rastanlagen erstellt oder erneuert. „Trotz witterungsbedingter Schwierigkeiten geht der Ausbau insgesamt sehr gut voran.“ Das bestätigte auch Frank Horch. Allerdings werde der Tunnel in Schnelsen laut Planungen erst ein halbes Jahr später als geplant und damit im ersten Halbjahr 2019 fertig. „Ich hoffe allerdings, dass wir da noch etwas aufholen können“, so Horch.

Zudem kündigte er an, dass die Absprachen zwischen Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen über Baustellen ausgeweitet werden sollen. Ziel sei es, dass nicht durch zu viele Baustellen Ausweich- und Umleitungsstrecken blockiert werden. Dazu sollen auch die Autofahrer besser informiert werden – durch noch mehr elektronische Informationstafeln entlang der A 7.

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