Kieler Innenstadt : Der Sturm fegte das Dach weg

Stürmischer Einsatz: Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr zerschnitt die losen Dachteile und ließ sie in die Tiefe fallen.
1 von 3
Stürmischer Einsatz: Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr zerschnitt die losen Dachteile und ließ sie in die Tiefe fallen.

Notfalleinsatz auf dem Howe-Haus in der Kieler Innenstadt: Der Sturm hatte das Dach schwer beschädigt. Teile drohten auf die Einkaufszone herunterzufallen. Beeinträchtigt war auch der Fährverkehr. Wegen des starken Seegangs konnte die „Stena“ zunächst nicht anlegen.

Avatar_shz von
16. März 2018, 18:05 Uhr

Das hätte übel ausgehen können für zufällige Passanten in der Einkaufszone auf der Kieler Holstenstraße: Der Sturm hatte Bestandteile der Flachdachkonstruktion auf dem Howe-Haus gelöst und auf die Seite gelegt. Abgerissene Teile hingen bereits an der Fassade herunter und drohten abzustürzen. Die von Zeugen alarmierte Feuerwehr sperrte deshalb als allererste Maßnahme das Gelände an der Ecke Holstenstraße / Kleiner Kuhberg in Sichtweite der Sparkassen-Arena großräumig ab. „Es bestand akute Gefahr“, erklärte Martin Liebig, Lagedienstleiter der Berufsfeuerwehr.

 

Stundenlang waren rund 20 Kollegen damit beschäftigt, die lockeren Bestandteile des Daches vorsichtig zu lösen und gezielt herabgleiten zu lassen. Dabei war auch der vierköpfige Trupp der Höhenrettung im Einsatz. Unten am Boden wurden die Dachreste dann zerkleinert und in Container geworfen.

Das Howe-Haus ist eines der bekanntesten Gebäude der Landeshauptstadt. Unter Studenten war die Adresse bekannt, weil die im Obergeschoss untergebrachte Hausverwaltung preiswerte Wohnungen vermietete. Und außerdem lief im Gebäude einer der letzten Paternoster der Stadt, der aber später einem modernen Fahrstuhl weichen musste. Im Hause sind Büros unter anderem der städtischen Verwaltung untergebracht. Für viele Mitarbeiter begann das Wochenende mit Verspätung. Denn wegen der Gefahr, die von oben drohte, durften sie stundenlang ihre Räume nicht verlassen.

Auch die Passagiere der Fähre „Stena Scandinavica“ mussten sich gestern Morgen in Geduld üben. Wegen rauer See und eines technischen Defekts konnte das Schiff nicht wie geplant um 9.15 Uhr anlegen. Die aus Göteborg kommende Fähre musste in der Förde zunächst auf Reede gehen. Nach Reederei-Angaben ließ sich einer der Stabilisatoren nicht mehr elektrisch einfahren. Die „Stena“ konnte deshalb auf dieser Seite nicht am Kai anlegen, und der starke Wellengang verhinderte die Rückwärtsfahrt in den Kieler Hafen. Die Besatzung bemühte sich dann um das manuelle Einfahren des Stabilisators – und gegen Mittag machte die „Stena“ dann am Schwedenkai fest.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen


Nachrichtenticker