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Schifffahrtsmuseum : Der „Seehund“ flog ins Museum

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Segment eines gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gebauten Zweimann-U-Boots wurde gestern in die umgebaute Fischhalle gebracht. Im April wird das Museum wieder eröffnet.

Seit etwa drei Jahren ist es wegen Renovierung geschlossen, jetzt rückt der Tag der Wiedereröffnung näher. Gestern fand das erste und wohl schwerste Sammlungsstück seinen Weg vom Depot im Wissenschaftspark am Westring zurück ins Schifffahrtsmuseum am Wall – das Segment eines gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gebauten Zweimann-U-Boots vom Typ „Seehund“, das im Februar 1995 bei Baggerarbeiten in der Hörn entdeckt und geborgen wurde.

Für den Transport war schweres Gerät erforderlich. Mathias Bahr und Volker Hinrichsen von der Firma Wille-Krane rückten mit zwei Tiefladern und einem Minikran an, Andreas Raben, Inhaber der Firma Gutzeit-Metallbau sowie seine Mitarbeiter Nicolai Raben und Manuel Evers unterstützten den Umzug. Nachdem in der Halle des Depots wegen der Abgase des Minikrans die Rauchmelder deaktiviert worden waren, hievte Mathias Bahr den „Seehund“ auf sein neues, von Gutzeit-Metallbau extra gefertigtes Gestell. Es ist um einiges stabiler als das bis dahin verwendete Holzgestell und zudem auch nachjustierbar. Anschließend ging es für den „Seehund“ das erste Mal in die Luft an diesem Tag: Er wurde samt Gestell auf den Tieflader gesetzt. Probleme beim Transport sah Sandra Scherreiks vom Schifffahrtsmuseum vor allem im Gewicht des Exponats, das knapp zwei Tonnen wiegt. Zudem ist es etwas verzogen und instabil. Auch die örtlichen Gegebenheiten im Museum am Wall machten ihr etwas Sorgen, insbesondere, dass der neue Fußboden und die darunter liegende Fußbodenheizung im Museum durch den Einsatz des Minibaggers Schaden nehmen könnte. Ihre Horror-Vorstellung: „Es stürzt vom Tieflader oder die Tür ist zu eng und wird beschädigt.“ Viereinhalb Stunden später zeigte sich, dass ihre Sorgen unbegründet waren, auch wenn es manchmal etwas eng war. Mit vereinten Kräften – Minibagger und Muskelkraft der Gutzeit-Beschäftigten – wurde der „Seehund“ vom Tieflader über den Bürgersteig und schließlich durch den großen Zugang am Wall an seinen neuen Platz bugsiert. Und zwar nicht wie früher etwas abseits, sondern direkt am Mittelgang des Museums.

Erleichtert und zufrieden zeigte sich auch Museumsleiterin Doris Tillmann mit den Worten: „Das hat ja alles gut geklappt“. Gelassen sah das Ganze Mathias Bahr von Wille-Krane. Für ihn war es, wie er sagte, „ein ganz normaler Einsatz, nichts Besonderes“.

Auch wenn es in der ehemaligen Fischhalle am Wall noch von Handwerkern nur so wimmelt: Am 25. April ist die offizielle Wiedereröffnung in geschlossener Gesellschaft, an der auch Ministerpräsident Torsten Albig teilnehmen wird. Am Wochenende darauf, am 26. und 27. April, ist das Schifffahrtsmuseum dann auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Und dann kann man neben dem „Seehund“ auch wieder zahlreiche andere sehenswerte Exponate bestaunen.


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erstellt am 19.Feb.2014 | 04:59 Uhr

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