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Großer Geburtstag : Der „Herr über die Maschinen“ feierte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Peter Horter, Leiter und Gründer des Maschinenmuseums, feierte gestern seinen 70. Geburtstag, dazu gab es besondere Geschenke.

Als Kind wünschte er sich sehnlichst eine Dampfmaschine. Wie bei vielen anderen Jungen ein Wunsch, der nicht in Erfüllung ging – Dampfmaschinenmodelle waren teuer. Heute ist er „Herr“ über etliche Dampf- und andere Maschinen: Peter Horter, Gründer und Leiter des Maschinenmuseums in der Wik, das als sein Lebenswerk bezeichnet werden darf. Die Frage, woher seine grenzenlose Technikbegeisterung rührt, beantwortet er gerne augenzwinkernd damit, dass Leute, die am 19. Januar Geburtstag haben, offenbar mit dem „Dampfvirus“ infiziert sind. Denn am gestrigen ersten Thementag dieses Jahres, die immer am dritten Sonntag im Monat stattfinden, wurden zwei Geburtstage gefeiert: der 70. von Peter Horter und der 278. von James Watt, dem von Horter so verehrten Erfinder, der durch seine Verbesserungen maßgeblich zum Siegeszug der Dampfmaschine beigetragen hatte.

Schon früh entdeckte Horter, am 19. Januar 1944 in Rothwasser nahe Görlitz als Sohn eines Tischlermeisters geboren, seine Vorliebe für Metall und Maschinen. Nach Kriegsende verschlug es die Familie nach Wilhelmshaven, wo Peter Horter sein Abitur machte. Diesem folgten ausgedehnte Praktika im Maschinen- und Schiffsbau sowie ein Maschinenbaustudium in Aachen, bevor er in Schleswig-Holstein ein Referendariat als Berufsschullehrer absolvierte. Im Laufe seines Berufslebens hat Horter nicht nur Schülern an der Berufsschule sein Wissen vermittelt, sondern auch Lehrer, Techniker und Ingenieure ausgebildet; zeitweise war er auch zuständig für die Lehrplanarbeit im Kultusministerium. 2006 trat Peter Horter als Schulleiter der Berufsschule für Technik an der Gellertstraße in den Ruhestand. Besser Unruhestand. Denn was 1985 in einem kleinen Lokschuppen als privates Maschinenmuseum auf dem damaligen Gelände der Stadtwerke begann, umfasst mittlerweile drei Gebäude samt Außengelände und wird als gemeinnützige Stiftung betrieben. Eine Aufgabe, die ohne die tatkräftige Unterstützung von Ehefrau Elisabeth und einer „ganz tollen ehrenamtlichen Mannschaft, auf die man sich verlassen kann“, wie Horter sagte, nicht zu stemmen wäre. „Durch große Erfindungen stehen wir heute da, wo wir stehen“, so Horter, der mit seinem Museum Technik und Fortschritt begreifbar machen will. Und er will die Leute zum Nachdenken bringen. Zum Beispiel darüber, wie es mit dem Fortschritt weiter geht, wie die Welt in 100 Jahren aussieht. Besonders am Herzen liegt ihm dabei auch die museumspädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Bei der „doppelten“ Geburtstagsfeier sagte Peter Horter, dass er auch mit 70 noch keine Lust hat, das, was ihm am Herzen liegt, an den Nagel zu hängen. Ingrid Lietzow, Ratsfrau und Vorsitzende des Vereins „Maritimes Viertel“ sagte, dass man lange überlegen müsse, um jemanden zu finden, der vor Peter Horter Kultur in der Wik derart vorangetrieben hat. Und es gab natürlich das volle Programm: Peter Horter hielt einen Kurzvortag über Leben und Wirken von James Watt, das Großmodell einer Watt’schen Dampfmaschine wurde vorgeführt, die Kleinen konnten sich an Dampf-Experimenten versuchen und für das leibliche Wohl war gesorgt. Und Geschenke gab es natürlich auch. Zwei davon stachen besonders hervor: Eines war die Sachspende von Andreas Westphalen, ein rund zwei Tonnen schweres Schnittmodell eines Schiffsdampfkessels von 1910, welches er vor der Verschrottung retten konnte. Um 13 Uhr durfte Horter das Geschenk seiner Frau auspacken: das zurzeit weltweit einzige funktionsfähige Modell eines Stern-Umlaufmotors, das speziell für das Museum von dem Modellbauer Armin de Vries aus Bad Salzuflen im Maßstab 1:3 gefertigt wurde. Ein typischer Flugzeugmotor aus der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs, bei dem – im Gegensatz zum normalen Sternmotor – die Kurbelwelle fixiert ist, während die Zylinder sich mit dem daran befestigten Propeller drehen. Geschenke, bei denen Peter Horter, der als Kind nie eine Dampfmaschine bekam, sichtlich ins Schwärmen geriet.

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erstellt am 20.Jan.2014 | 06:46 Uhr

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