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Bewerbung an Bord : Der erste Olympia-Törn nach Schilksee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kapitän Michael Hoffmann hatte vor einem Jahr das Olympische Komitee an Bord der „Merkur 2“. Das war der Auftakt zur Bewerbung, die gestern Abend ein deutliches Ja der Kieler erhielt. Damit sieht die Sache an der Förde anders aus als an der Elbe.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2015 | 20:54 Uhr

Nach dem klaren Ja der Kieler Bevölkerung zu Olympia 2014 in Schilksee ist die erste Etappe erfolgreich abgeschlossen. Vor ziemlich genau einem Jahr startete die Kampagne – mit einem Törn auf der Kieler Förde. Michael Hoffmann, Kapitän bei der Adler-Reederei, kann sich noch gut an den 14. November 2014 erinnern. Zusammen mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und seinen Assistenten kletterten auch die Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees an Bord der „Merkur 2“. Und den Hamburger Senator Michael Neumann begleitete sogar ein eigener Sicherheitsmann.

„Das war ein richtig großer Aufwand“, erklärt Hoffmann. Im großen Salon, der sonst oft und gern für Hochzeitsfeiern genutzt wird, entstand eine lange Tafel für 23 Personen. Schon Tage vorher wurde die Technik installiert; Mikrofone, Rechner und mehr. Sogar ein großer Flachbildschirm wurde an Bord gehievt, um den Kieler Olympia-Clip abspielen zu lassen. Dafür wurden extra die Fenster verdunkelt. Die Botschaft war klar: „Kiel ist bereit für die Olympischen Segelwettbewerbe 2024“ , wie Kämpfer damals betonte.

Intensiv beschäftigte sich der Kapitän mit der Wind- und Wetterprognose. Denn im Gegensatz zu den traditionellen Förderundfahrten sollte die Tour vom Anleger Düsternbrook nach Schilksee nicht am Ostufer entlangführen, sondern dicht am Kanal und an Holtenau vorbei. Damals war noch im Gespräch, dass Kiel mit beiden Standorten – Schilksee und Holtenau – in die Olympia-Bewerbung gehen könnte.

„Ein bisschen nervös war ich schon“, gesteht Hoffmann angesichts der Prominenz an Bord heute ein. Erschwerend kam hinzu, dass die Wettervorhersage von Stunde zu Stunde schlechter ausfiel. Niemand an Bord sollte seekrank werden, gleichzeitig aber sollte der straffe Zeitplan eingehalten werden. „Sicherheit geht aber immer vor“, erklärt der Adler-Kapitän, der nur einmal kurz ins Schwitzen kam, als vor Schilksee plötzlich mehrere Segler auftauchten. Sie waren zur Begrüßung der Olympia-Delegation auf die Förde gefahren, zwangen die „Merkur 2“ aber ungewollt zu leichten Kursänderungen.

Den Sonderwunsch, dass die „Merkur 2“ direkt in den Sportboothafen einfährt, konnte der Kapitän nicht erfüllen. Es war nämich nicht garantiert, dass das 28 Meter lange Schiff bei dem kräftigen Ostwind gefahrlose wenden und wieder zügig herausfahren kann. So legte Hoffmann an der Schilkseer Außenmole an. Dort fand dann auch die Pressekonferenz als Auftakt zur Olympia-Bewerbung statt. Der Rest ist Geschichte.
 

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