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„Kiels Spitzen“ : „Der Aufschwung kommt in Kiel an“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport trafen sich auf der Netzwerk-Plattform „Kiels Spitzen“ im Wissenschaftszentrum. Es wurde locker geplaudert, aber es ging auch um die Konjunktur in der Landeshauptstadt. Tenor: Kiel hat viel Potenzial.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 06:48 Uhr

Kiel hat eine neue Plattform fürs „Netzwerken auf hohem Niveau“. Genau das war das Motto der ersten Veranstaltung von „Kiels Spitzen“ in diesem Jahr. Zur dritten Ausgabe des von einer Hamburger PR-Agentur veranstalteten Events waren am Montagabend gut 100 Vertreter von Kieler Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Politik und Sport zusammengekommen – diesmal ins Wissenschaftszentrum, um sich bei Drinks und Häppchen auszutauschen. Ein Treffen vieler alter Bekannter mit lockeren Gesprächen, garniert mit harten Fakten. Schließlich lautete das Thema des Abends „Aufschwung 2014 – auch in Kiel!?“

Dieser Frage von Moderator Arne Jessen stellten sich auf dem Podium drei bekannte Kieler Köpfe: Color Line-Geschäftsführer Dr. Jörg Rudolph, Peter Beckmann von der Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft (KiWi) und Helmut Knüpp von der Wankendorfer Baugenossenschaft gaben sich optimistisch. Deren einhellige Antwort: „Der Aufschwung kommt in Kiel an.“ Für die Reederei Color Line, deren Fähren Kiel mit Norwegens Hauptstadt Oslo verbinden, bedeutet dies konkret ein Plus von 30 000 Passagieren in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Bei der KiWi beobachtet Geschäftsführer Beckmann einen Boom beim Verkauf von Gewerbeflächen: In den letzten zwei Jahren seien so viele Flächen wie nie veräußert worden – über 100 000 Quadratmeter. „Da merkt man, wie viel Dynamik im Markt ist“, so Beckmann. Die zeigt sich Knüpp zufolge auch in der Immobilienbranche: „Standorte wie Kiel werden heute von Investoren gesucht.“ Immobilien, die in Kiel gebaut werden sollen, seien stark nachgefragt. Knüpp: „Einige Baustellen werden hier cash bezahlt.“ Das bringe Plus, besonders bei den Bau-Unternehmen. Die günstigeren Quadratmeterpreise im Vergleich zu Hamburg machten die Stadt in Verbindung mit einer attraktiven Finanzierungslage für viele Anleger interessant.

Immer mehr Hoteliers entdecken die Landeshauptstadt zudem als Standort. Das betonte Wirtschaftsförderer Peter Beckmann, der aktuell noch immer mit der Zech-Gruppe über ein Baugrundstück am ZOB verhandelt. Die Gruppe will dort, wie berichtet, direkt neben dem eigenen Hotel Atlantic ein weiteres Haus anderer Kategorie errichten. Beckmann: „Wir erhalten seit ein bis zwei Jahren eine Reihe von Anfragen für Hotels.“ Der produzierende Mittelstand in Kiel investiere ebenfalls. Bis zu 50 Millionen Euro, so Beckmann, sollten allein in den produzierenden Bereich fließen. Unternehmen wie den Hersteller akustischer Signalanlagen für die Schifffahrt, Zöllner, oder die Edur Pumpenfabrik zählt er dazu.

Color Line investiert 20 Millionen Euro in neue Umwelttechnologie der beiden Fähren. Geschäftsführer Rudolph äußerte deshalb einen Wunsch an den künftigen Oberbürgermeister Kiels, Ulf Kämpfer, der sich unter die „Spitzen“ gemischt hatte: „Es wäre toll, wenn Kiel idealerweise im Lauf dieses Jahres Landstrom realisieren könnte.“ Ebenfalls an Kämpfer gerichtet war der Wunsch Beckmanns nach „Kontinuität in der Stadtspitze“. Das eine oder andere Projekt wackele ansonsten. Kämpfer richtete auch selbst ein paar Worte an die Gesellschaft: Man solle nicht nur über Konjunktur sprechen, „sondern auch über den Tag hinausblicken.“ Wie gut das klappt, kann beim nächsten Treffen der „Spitzen“ im Herbst geklärt werden.

Fazit: Die Besucherzahlen schrumpfen eher. Das Netzwerk muss sich noch etablieren. Schließlich gibt es in Kiel schon Zirkel wie die Kaufmannschaft oder Service-Clubs wie die Lions.

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