Verendete Karpfen : Den Fischen fehlt der Sauerstoff

Der Sauerstoff fehlt: Bislang hat die Stadt ein Dutzend Fische entsorgt – doch die Zahl verendeter Karpfen dürfte noch steigen.
Der Sauerstoff fehlt: Bislang hat die Stadt ein Dutzend Fische entsorgt – doch die Zahl verendeter Karpfen dürfte noch steigen.

Am Wochenende pumpte die Freiwillige Feuerwehr Russee sauerstoffreiches Wasser in den Teich des Schützenparks. Dort kämpfen die Fische ums Überleben. In dem kleinen Gewässer ist einfach zu wenig Sauerstoff.

shz.de von
16. Juli 2018, 19:10 Uhr

Besucher des Schützenparks beobachten seit dem Wochenende im Wasser des Parkteichs verendete Karpfen, die an der Oberfläche treiben – und weitere Exemplare, die mit hektischer Schnappatmung ums Überleben kämpfen. Die ungewöhnlich lange Warmwetter-Periode, der fehlende Niederschlag und der vergleichsweise hohe Fischbesatz – das sind nach Angaben der Stadt Kiel die wesentlichen Gründe für den Sauerstoffmangel und das Fischsterben im Schützenpark.

Gestern wurden die ersten zehn Kadaver verschiedener Größen entfernt. Messungen des Umweltschutzamtes ergaben, dass sich die Sauerstoffwerte im kritischen Bereich befinden. Und die natürliche Besserung (Regen) lässt auf sich warten. Zudem wird durch die gründelnde Lebensweise der Karpfen viel Schlamm aufgewirbelt – und der bindet weiteren lebenswichtigen Sauerstoff.

Auf Wunsch des Grünflächenamtes hatte die Freiwillige Feuerwehr Russee am Wochenende bereits eine zeitweise „Notbelüftung“ im Teich eingerichtet, um das Fischsterben einzudämmen. Es sei aber trotz der Hilfsmaßnahmen aufgrund der stabilen Witterungslage nicht auszuschließen, dass weitere Fische verenden werden, kündigte die Stadt vorsorglich an.

Um eine anschließende Botulismus-Epidemie (eine massenhafte, von toten Fischen verursachte Vergiftung in der Tierwelt) zu verhindern und wohl auch, um Besucher des Schützenparks nicht weiter zu beunruhigen, will das städtische Grünflächenamt weitere Kadaver entfernen. Die Karpfen sind im Übrigen nicht die einzigen Fische im Schützenpark-Teich. Im Gewässer leben auch Goldfische. Sie sind offenbar schon vor Jahren von Aquarianern ausgesetzt worden und haben sich mittlerweile zu recht großen Exemplaren entwickelt. Sie kommen mit den schwierigen Bedingungen im Teich bislang offensichtlich besser zurecht – sämtliche eingesammelten Fischkadaver stammen von Karpfen.

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