zur Navigation springen

Mach Mittag : Dem Projekt „Mach Mittag“ fehlt’s an Geld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stiftung geht das Geld aus. Künftig erhalten nur Grundschüler ein warmes Mittagessen.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2017 | 18:04 Uhr

Es ist passiert nicht häufig, dass frühere Oberbürgermeister in ihrem alten Büro vorbeischauen. Und wenn, dann meist zu repräsentativen„Lächel-Terminen“ mit ihrem Nachfolger. Das Treffen von Angelika Volquartz mit Ulf Kämpfer gehörte jetzt zu den seltenen Ausnahmen. Es ging um die Zukunft des Hilfsprojektes „Mach Mittag“, das benachteiligten Kindern ein warmes Mittagessen in der Schule ermöglichen soll.

Dafür war bereits vor sechs Jahren die städtische Stiftung „Bildung macht stark“ gegründet worden – mit erheblicher finanzieller Unterstützung der Unternehmerfamilie von Klaus Murmann. „Eine warme Mahlzeit für jedes Kind ist unser Anspruch“, erklärt Angelika Volquartz, Oberbürgermeisterin von 2003 bis 2009 und heute Botschafterin der Stiftung.

Das bundesweite Bildungs- und Teilhabegesetz unterstützt Kinder aus Familien mit geringem Einkommen. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass die Eltern den fälligen 1-Euro-Eigenanteil oft nicht aufbringen können. Durchschnittlich 2550 Kinder aus Hartz-4-Familien profitieren deshalb von der Aktion „Mach Mittag“.

Doch jetzt ist das Geld der Stiftung aufgebraucht. Und die Spenden machen aktuell nur die Hälfte der Kosten von 490  000 Euro aus. Die Stiftung zieht deshalb die Notbremse: Künftig kommen nur noch die jungen Grundschüler in den Genuss des kostenlosen Mittagessens. Für weiterführende Schulen läuft die Unterstützung aus, die älteren Schüler machten zahlenmäßig ein Drittel der Förderung aus.

Das warme Mittagessen an den Kieler Grundschulen kostet 2,40 Euro pro Nase, wie Iris Diekelmann als Leiterin im Amt für Schulen sagt. Um diesen Einheitspreis zu halten, gibt die Stadt heute schon rund eine Million Euro aus. Für die geschätzten 350  000 Euro, die „Mach Mittag“ künftig benötigt, reicht die aktuelle Spendensumme zwar immer noch nicht aus. Doch der amtierende Oberbürgermeister Ulf Kämpfer verspricht: „Die Stadt springt in die Bresche und sorgt bis Sommer 2018 für einen verlässlichen Übergang.“ Danach aber, so Kämpfer, „muss eine dauerhaft stabile Lösung gefunden werden.“  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen