Kieler Woche der Kinos : Deichbullen neben Kultrockern

Tägliche Konkurrenz, aber kollegiales Miteinander: Die Macher der Kieler Kino-Woche.
Tägliche Konkurrenz, aber kollegiales Miteinander: Die Macher der Kieler Kino-Woche.

Legenden und Literatur, Buddenbrooks und Bölkstoff: Die „Kieler Woche der Kinos“ geht in ihre dritte Ausgabe. Die bietet Mitte Oktober ein Filmprogramm mit regionalem Bezug, das bis in die Stummfilmzeit der 20er-Jahre zurückreicht.

shz.de von
06. September 2018, 19:05 Uhr

Man darf sich diese Termine gerne vormerken. Vom 14. bis zum 21. Oktober läuft in der Landeshauptstadt wieder die „Kieler Woche der Kinos“. Alle sechs beteiligten Häuser warten mit Premieren und Filmen mit regionalem Bezug auf, die zum Teil seit Jahrzehnten nicht mehr an der Förde zu sehen waren. Außerdem versprechen die Organisatoren – ohne konkrete Namen zu nennen –, dass für manchen Filmstar oder Regisseur der rote Teppich ausgerollt werden soll.

Die „Kieler Woche der Kinos“ wird zum dritten Mal ausgerichtet, hat laufen gelernt und stellt die Veranstaltungsreihe jetzt erstmals unter ein gemeinsames Motto: „Filmland Schleswig-Holstein“. Wer in den nächsten Tagen vor der Kino-Leinwand sitzt, kann bereits den gemeinsamen Trailer erleben. Fast wie einst Robert de Niro in „Taxi Driver“ steuert ein Mann nächtens die sechs Kieler Filmtheater an.

Beteiligt sind die Häuser Cinemaxx (am Bahnhof), Hansa 48 (Hansastraße 48), Metro (Holtenauer Straße 162/ 170), Pumpe (Haßstraße 22), Studio (am Dreiecksplatz) und Traum-Kino (Grasweg 19). Jedes Kino bespielt einen Tag der gemeinsamen Woche. Der Vorverkauf startet am 14. September, Vorbestellungen sind ab sofort möglich.
❍ Super-8-Aufnahmen aus privater Hand waren das Rohmaterial, aus dem die Kieler Filmemacher Gerald Grote und Claus Oppermann ihre einstündige Doku „Schnee von gestern“ über die Schneekatastrophe von 1978/79 geschnitten haben (Sonntag, 14. Oktober, 17.45 Uhr im Traum-Kino);
❍ Einen Querschnitt durch das produktive Schaffen der landesweiten Filmszene kündigt der Kurzfilmabend an (Dienstag, 16. Oktober, 20 Uhr, Hansa 48);
❍ Zu Thomas Manns „Buddenbrooks“ existiert ein Stummfilm von 1925, zum „Schimmelreiter“ von 1934 wurden bereits Tonsequenzen eingespielt (Mittwoch, 17. Oktober, um 18.30 und 20.30 Uhr in der Pumpe);
❍ Als schrägen Mix von „Büttenwarder“ und „Großstadtrevier“ muss man sich in etwa „Deichbullen“ vorstellen – eine Serie, die seit Dezember bei Netflix zu sehen ist. Jetzt läuft erstmals die 100-minütige Kino-Version mit den skurrilen Figuren. Gut möglich, dass Schauspieler wie Eva Habermann oder Ben Becker mit Regisseur Michael Söth hereinschneien (Donnerstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Studio);
❍ Ischa man schon fast 30 Jahre her: „Werner – Beinhart“ war der erste Film, der 1990 nach den legendären „Brösel“-Comics entstand. Herrlicher Spaß, dieses Gekicke auf dem Wochenmarkt – mehr als ein Bölkstoff-Schaden (Freitag, 19. Oktober, 19.30 Uhr, Cinemaxx);
❍ Das passt zusammen: Detlef Bucks Debüt „Erst die Arbeit und dann“ läuft als Aufwärmer zur Premiere von „Wuff“, seiner jüngsten Regie-Arbeit, bei der sich das Leben seiner Strategen um Vierbeiner dreht (Sonntag. 21. Oktober, 19 Uhr, Metro).

Wer genug geschaut hat und über Perspektiven des Kinos diskutieren möchte, ist gut aufgehoben bei der gemeinsamen Veranstaltung am 20. Oktober im Traum-Kino (16 Uhr). Die bundesweite Rundfahrt zu „66 Kinos“ dient als Auftakt zur Debatte. Wohin das Kino geht? Antworten auf diese Frage mag es reichlich geben. Im Vorwort ihrer kleinen Broschüre schreiben die Organisatoren der Kino-Woche: „Wer von Kino spricht, spricht von tausenden Möglichkeiten.“

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