zur Navigation springen

Immobilienpreise : Das Wohnen in der Stadt wird immer teurer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei den Mieten ziehen die Preise in der Landeshauptstadt kräftig an. In Flensburg oder Lübeck sind vergleichbare Immobilien deutlich günstiger zu haben.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 18:07 Uhr

Wer in der Landeshauptstadt ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss immer tiefer in die Tasche greifen. In den Jahren seit 2012 ist der durchschnittliche Preis für den Quadratmeter Wohnfläche um 36 Prozent, also um über ein Drittel, auf einen Satz von 2042 Euro gestiegen. Das hat die jüngste Studie der Postbank ergeben. Anleger dürften aufhorchen: Dieser „Wohnatlas 2017“ rechnet Kiel mittlerweile zu den zehn deutschen Großstädten mit den größten Preiszuwächsen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch der aktuelle Preisspiegel des Immobilien-Verbandes (IVD) im Norden. Danach haben die Preise für Ein-Familien-Häuser – unabhängig, ob freistehend oder in der Reihe untergebracht – im Vergleich zum Vorjahr an der Förde um 7 Prozent angezogen. Zum Vergleich: In Lübeck liegt die Steigerungsrate bei nur 5 Prozent.

Konkretes Beispiel: Ein freistehendes Haus mit 150 Quadratmetern an Wohnfläche kostet in guter Lage, in gutem Zustand mit einer ortsüblichen Grundstücksgröße in Kiel aktuell 380 000 Euro. In Lübeck ist ein vergleichbares Objekt bereits für 315 000 Euro, in Flensburg schon für 300 000 Euro zu haben. Die IVD-Analyse liefert auch gleich die Begründung für die hohen Preise: „Aufgrund der lange Jahre fehlenden Neubautätigkeit liegt das Angebot deutlich unter der Nachfrage.“

Ähnliches gilt für die Eigentumswohnungen. Für eine durchschnittliche Wohnung „auf der Etage“ muss ein Käufer heute 2500 Euro für jeden Quadratmeter hinblättern. In Lübeck sind es dagegen nur 2000 Euro, in Flensburg mit 1650 Euro noch weniger. Laut IVD ist dies ein nationaler Trend. Weil immer mehr Menschen in die (großen) Städte drängen, sind Wohnraumknappheit und Unterversorgung die Folge. „Insbesondere im Kieler Norden scheint die Nachfrage nach hochwertigen Eigentumswohnungen kaum ein Ende zu nehmen“, beobachtet IVD-Vize Björn Petersen, selbst Makler in der Landeshauptstadt.

Die hohen Preise für Wohneigentum schlagen auch auf die Mieten durch. Sie liegen aktuell bei 6,50 bis 11 Euro pro Quadratmeter bei Bestandswohnungen. Für Neubauwohnungen werden 9,20 bis 11,50 Euro verlangt – und bezahlt. Für Spitzenobjekte in besonderen Lagen sind es sogar 14 Euro. Soll heißen: Eine 80 Quadratmeter große Wohnung kostet in diesem Fall 1120 Euro Monatsmiete.

Die Experten sowohl vom IVD wie vom „Wohnatlas“ rechnen für die nächsten Jahre weiter mit steigenden Preisen auf dem Immobilienmarkt. „Wer in Kiel von der eigenen Immobilie träumt, sollte nicht zu lange zögern“, empfiehlt Postbank-Experte Siegbert Merklinger. Den Mietern bescheinigt die IVD-Studie, dass „ab einem Radius von 20 Kilometern jenseits der Städte“ insbesondere ältere Wohnungen durchweg preiswerter sind. Dafür aber – jeder Pendler weiß es – fallen höhere Benzinkosten an.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen