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Olympia-Segeln in Kiel : Das sagen die Schilkseer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Tag nach dem Votum für Kiel sind die Bewohner geteilter Meinung. Neben Freude äußern sie Angst vor Kosten und dem Verlust von Grünflächen.

Im Kieler Rathaus war die Freude über eine mögliche Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe am Montag „grenzenlos“, wie offiziell verkündet wurde. Doch was sagen die Schilkseer selbst, die Olympia direkt vor der Haustür hätten? Deren Freude hält sich zumindest vorerst in Grenzen. Das ergab eine Blitzumfrage unserer Zeitung gestern vor Ort.

Tief hängen die Wolken über der Kieler Förde, Nieselregen liegt in der Luft. Im Friseursalon Rixen lässt sich eine Dame die Haare waschen. Chefin ist Margitta Rixen, gebürtige Schilkseerin, und sie drückt aus, was wohl viele ähnlich empfinden: „Wir freuen uns alle. Aber piano, piano.“ Noch sei ja nichts entschieden. An die olympischen Segelregatten von 1972 erinnert sie sich gut: „Mit weißen Kniestrümpfen und Lackschühchen“ habe sie diese verfolgt –„an Papas Hand. Das war was Besonderes, das bleibt ganz lange im Kopf.“ Die ältere Kundin hat Bedenken: „Ich frage mich, wie es gehen soll. Für die Kieler Woche reicht’s.“ Aber sie fügt hinzu: „Wenn es Hamburg und Schilksee würden, hätte ich nichts dagegen.“

Nebenan hält sich auch Vincent Bartel von der Olympia-Apotheke bedeckt. „Natürlich ist es das Gesprächsthema zu Hause“, verrät er. Eine Ausrichtung der Segelwettbewerbe wäre „sicher interessant“. Aber die Aussage, man benötige von der A  7 bis hierher nur zwei Ampeln, „stimmt nicht. Es sind mindestens drei“, hat er nachgezählt.

Welche Auswirkung das Votum für Kiel auf den Immobilienmarkt in Schilksee hat, vermag (57) von der SKS Immobiliengruppe noch nicht einzuschätzen. Sein Büro liegt in der Ladenzeile des Olympiazentrums. Der passionierte Segler freut sich und geht von einem „Imagegewinn“ aus. Er hofft, dass mehr Leute ihre Freizeit in Schilksee verbringen werden.

Ein paar Schritte weiter wartet Jan Jensen im Lebensmittelmarkt auf Kunden. „Für die Region wäre Olympia gut“, sagt er. „Viele Kunden reden darüber. Einige finden es gut, andere sind nicht so begeistert. Sie befürchten, dass die letzten Grünflächen bebaut werden.“

In der Bäckerei Schmeer am Ankerplatz wärmt sich ein älteres Ehepaar am Kaffeebecher die Hände. Die Angestellten Ruth Schulokat und Marion Kuhrts sind geteilter Meinung, was Olympia angeht. „Warum nicht?“, fragt Ruth Schulokat, die den Ausblick auf Trubel und Gäste aus vielen Nationen verlockend findet. Andererseits wirft sie ein: „Das wird sicher ein ganzes Stück Arbeit.“ Und was sagen die Kunden? „Einige freuen sich. Andere haben Bedenken vor dem Neu- und Umbau und versteckten Kosten.“

Durchweg positiv klingt Jessika Mielke von Blumen Weber. „Ich finde das gut. So was kann man gerne mal miterleben. Dann bin ich 49!“, sagt sie lachend.

Von einem „Segen für Schilksee“ spricht gar Rüdiger Hans, Flensburger, dessen Boot im Olympiahafen liegt. Er glaubt an einen Zuschlag für Hamburg als Ausrichter der Sommerspiele.

Die Schilkseerin Renate Munke erlebt die Stimmung ebenfalls als „ganz gut“. Olympia – „das wäre schön“, sagt Bärbel Templin, die im „Sky“-Markt arbeitet. Thema unter den Kunden sei Olympia bei ihr allerdings kaum – „das muss erst mal anlaufen“.

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erstellt am 15.Apr.2015 | 06:33 Uhr

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