Special Olympics : Das Olympia-Feuer brennt wieder

Auf dem Rathausplatz lodert die große olmpische Flamme. Michaela Harder (v. l.), Marcel Widdermann, Ulf Kämpfer, Pierre Petersen und Silke Schnack halten die kleine.
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Auf dem Rathausplatz lodert die große olmpische Flamme. Michaela Harder (v. l.), Marcel Widdermann, Ulf Kämpfer, Pierre Petersen und Silke Schnack halten die kleine.

Seit gestern laufen in der Landeshauptstadt die Special Olympics. 4600 Athleten mit geistiger Behinderung haben in 19 Sportarten gemeldet. Insgesamt rechnet Kiel mit 13 000 Gästen – da lohnt es sich, die olympische Flamme auf dem Rathausplatz zu reparieren.

shz.de von
14. Mai 2018, 19:44 Uhr

Es ist geschafft: Die Special Olympics Deutschland (SOD) sind gestartet. 4600 Athleten mit einer geistigen Behinderung messen sich in den nächsten Tagen in Kiel in 19 Sportarten. Rechnet man 1700 Trainer und Betreuer, 2200 freiwillige Helfer, 500 Schiedsrichter hinzu, außerdem Verwandte, Fans, die Teilnehmer an sportlichen Tagesangeboten und am wissenschaftlichen Kongress, erwartet die Stadt bis zum Freitag wohl weit über 13 000 Gäste.

Bei seiner kleinen Begrüßung für die Athleten der Special Olympics Deutschland (SOD) gestern Mittag im Kieler Rathaus sprach Oberbürgermeister Ulf Kämpfer davon, den sportlichen Ehrgeiz zu wecken und „das olympische Feuer zu entfachen“. Wenige Minuten später zeigte sich, dass seine Ankündigung auch ganz wörtlich zu nehmen ist. Denn die olympische Flamme auf dem Rathausplatz brennt nach jahrelanger Pause wieder. Sie war 1972, als Kiel die Segelwettbewerbe für München ausrichtete, geschaffen und stets vor olympischen Spielen neu entfacht worden. Zuletzt loderte die Kieler Flamme 2012, als die Athleten in London um Medaillen kämpften. Seitdem aber war das sportliche Denkmal defekt. Heimlich und leise hatten Techniker in den vergangenen Tagen die Apparatur repariert, um 13.40 Uhr schoss hinter dem Glas die Flamme wieder in die Höhe.

Zu diesem Zeitpunkt standen die Läufer bereit, um Kämpfer zu begleiten auf seiner Fackelrunde durch die Kieler Innenstadt. In erster Reihe Marcel Widdermann von den Schleswiger Werkstätten und Silke Schnack vom Lauftreff Kieler Ostufer. Wenig später traf die Flamme in der Sparkassen-Arena ein, der früheren Ostseehalle. Dort fand am Abend die Eröffnungsfeier statt, zu der sich unter anderem der einstige Reckturner Eberhard Gienger angesagt hatte. Und die beiden THW-Handball-Asse Steffen Weinhold und Rune Dahmke gehören sowieso zu den prominenten „Gesichtern der Spiele“ in Kiel.

Mark Solomeyer, ein schwerbehinderter Badmintonspieler und aktuell der Athletensprecher der SOD in Kiel, spürte bereits, „das sportliche Herz hier in Kiel. Wir erhalten fantastische Spiele.“ SOD-Präsidentin Christiane Krajewski legt Wert auf die Nachhaltigkeit der Großveranstaltung. Soll heißen: Sport ist ein gutes Mittel der Inklusion – angestrebt wird die konsequente Öffnung der traditionellen Sportvereine für Handicap-Athleten.

Ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Olympischen Spielen werden nicht nur die drei besten Wettbewerbssportler ausgezeichnet. Es erhalten alle Teilnehmer eine Auszeichnung. Frei nach dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles.“ Die Eidesformel der SOD-Teilnehmer geht auf diesen sportlichen Ehrgeiz in fairer sportlicher Gemeinschaft ein: „Ich will gewinnen. Und wenn ich nicht gewinnen kann, will ich mutig mein Bestes geben.“

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