Das Leiden auf den Wellen: Was hilft gegen die Seekrankheit?

Scopolamin gibt es als Pflaster, das man sich hinters Ohr klebt. Es hemmt den Brechreiz, kann aber auch Halluzinationen verursachen.
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Scopolamin gibt es als Pflaster, das man sich hinters Ohr klebt. Es hemmt den Brechreiz, kann aber auch Halluzinationen verursachen.

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28. Januar 2015, 16:47 Uhr

Weiß wie eine Wand und ein leichter Grünstich um die Nase: Wer so aussieht und zur Reling eilt, den hat es voll erwischt. Die Seekrankheit hat zugeschlagen. Eins sollten sich die Betroffenen aber vor Augen halten, rät Martin Dirksen-Fischer, Leiter des Hafenärztlichen Dienstes in Hamburg: „Es geht wieder vorbei.“

Die Seekrankheit zählt zu den sogenannten Kinetosen, den Bewegungskrankheiten. Die kann Menschen auch in Bussen, Autos oder Flugzeugen erwischen. Seekrank wird man, weil es einen sogenannten „Sensory Mismatch“ gibt, erklärt Prof. Andreas Koch vom Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine. Das, was die Passagiere in ihrer Kabine sehen – nämlich einen starren Raum –, passt nicht zu dem, was sie fühlen – den Bewegungen der Wellen.

Unwohlsein, Aufstoßen, Druckgefühl, Blässe und Müdigkeit seien typische Symptome für die erste Phase der Seekrankheit, beschreibt Christian Ottomann, Leiter der Schifffahrtsbörse, die ärztliches Personal für maritime Einsätze vermittelt. „Dann kommt es zur Übelkeit“, erklärt Ottomann. Der Körper schütte Stresshormone wie das Histamin aus. Eine Gruppe von Medikamenten, die man gegen Seekrankheit verschreibt, sind deshalb auch die Antihistamine. Zu einer ganz anderen Gruppe von Medikamenten zählt das Scopolamin, das unter anderem Bilsenkraut und Stechapfel enthält. Es wirkt leicht beruhigend und hemmt den Brechreiz.

Es gibt es auch ein natürliches Mittel, dass Seekranken immer wieder empfohlen wird: Ingwer. Es soll auf das Brechzentrum wirken, erläutert Koch. Gut ist außerdem, sich in Richtung der Schiffsbewegungen zu positionieren, rät Ottomann: bei der Kippbewegung also zum Bug oder Heck des Schiffs, bei der Rollbewegung zur Back- oder Steuerbordseite. Eventuell helfen manchen Betroffenen auch Entspannungstechniken. Koch rät dazu, sich hinzulegen und zu schlafen:  Denn dann sinke der Stressspiegel.

Wer noch nie eine Kreuzfahrt unternommen hat und gar nicht weiß, ob er zur Seekrankheit neigt, dem empfiehlt Dirksen-Fischer eine Minikreuzfahrt zur Probe. Selbst wer dann ein leichtes Unwohlsein verspürt, kann sich mit zwei Gedanken trösten: Nach zwei bis drei Tagen gewöhnt sich der Körper meist daran, und die Seekrankheit hört auf. Und: Viele der modernen Kreuzer haben heute Stabilisatoren für die Wellenbewegung.

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