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Auktion der Stadt Kiel : Damenschuhe, Motorroller, Regenschirm: Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten . . .

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Damenschuhe, Motorroller und Wodka: Die Versteigerung der Stadt Kiel lockte wieder Schnäppchenjäger an.

Zum Ersten kann man Schnäppchen schlagen, zum Zweiten ist es unterhaltsam, zum Dritten ist es mittlerweile Kult. Die Rede ist von der Fundsachenversteigerung des städtischen Fundbüros, die zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, in der Fahrzeughalle des Bürger- und Ordnungsamtes stattfindet. Jetzt war es wieder soweit.

Für Katja Burkhart, die Leiterin des Fundbüros, war es die erste Versteigerung. Ihre Kollegen Martin Schwartz, der die Aufsicht führte, und die drei Auktionatoren Uwe Bader, Ronald Klöckner und Bernhard Bielke sind dagegen „alte Hasen“. Ein ordentliches Pensum hatten sie vor sich: Neben 120 Fahrrädern, die am Schluss versteigert wurden, kamen Rasenmäher und -trimmer, Musikinstrumente, Stromaggregate, Sonnen- und Schwimmbrillen, Handys, Unterhaltungselektronik und natürlich auch Überraschungspakete in Form von Taschen und Rucksäcken unter den Hammer. „Die Überraschungspakete werden von uns zusammengestellt“, wie Martin Schwartz betonte. So musste keiner befürchten, eine Tasche voller Schmutzwäsche zu ergattern. Die gab es laut Katja Burkhart auch gar nicht.

Dafür aber beispielsweise ein Paar Damenschuhe im Originalkarton inklusive Kassenbon des Schuhhauses, die jetzt für fünf Euro den Besitzer wechselten. Vom Inhalt der Überraschungspakete wurden immer ein paar Teile gezeigt, dementsprechend unterschiedlich waren auch die Erlöse. Aufgerufen mit jeweils zwei Euro brachten es manche auf sechs, andere auf 20 Euro. Eine Motorkettensäge ging, genau wie ein Smartphone, für 60 Euro weg, ein Rasenmäher brachte 5 Euro in die Kasse. Bei einem Motorroller lieferten sich zwei Interessenten ein Bietgefecht und trieben den Preis von 50 auf 190 Euro hoch. Den Zuschlag erhielt Kosta Schröder. Gemeinsam mit Ehefrau Stephanie erstand er dann auch noch einen Rasenmäher für das neue Haus in Stakendorf und ein Bund Regenschirme.

Die Versteigerung nahm ihren Lauf mit Weinflaschen und einer Buddel Wodka. Uwe Bader, der Mann mit dem Hammer, feixte. „Wenn ich das finde, gehe ich doch nicht damit zum Fundbüro – dann gehe ich damit nach Hause“, so der Auktionator schmunzelnd. Die Kundschaft ist bunt gemischt, sie reicht vom Studenten bis hin zum Rentner. Viele sind auch Wiederholungstäter, die regelmäßig zu den Versteigerungen kommen, auch Händler sind darunter. Das Kurioseste am Sonnabend war wohl das Wachs-Enthaarungsgerät, das immerhin zwei Euro einbrachte, die wie alle weiteren Erlöse der Stadtkasse zugute kommen.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet waren wohl einmalig und kurios das sogenannte „Würfeldruckfestigkeitsmessgerät“ – es dient dazu, die Druckfestigkeit von Beton zu prüfen – oder auch die originalverpackte Waschmaschine, die an einer Bushaltestelle offenbar vergessen und stehen gelassen wurde.

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