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Präventions-Polizisten : „Cybermobbing ist unser Brennpunkt-Thema“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Polizei in Kiel zieht ein Jahr nach der Umstrukturierung der Präventionsarbeit ein positives Fazit. Mit ihrem Angebot der schulischen Aufklärung zum Thema Cybermobbing läuft sie nach eigenen Angaben „offene Türen ein“.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2014 | 06:11 Uhr

Mit ihrem neuen Konzept zur Prävention von Kriminalität hat die Polizei in Kiel und Plön nach eigener Aussage besonders in Schulen „offene Türen eingerannt“. Der Bedarf an Aufklärung sei besonders beim Thema Cybermobbing groß, erklärte gestern Hauptkommissar Helge Borchert (40): „Das ist unser Brennpunkt-Thema.“ Ein Jahr nach dem Präventionserlass des Landespolizeiamts, der die Präventionsarbeit landesweit vereinheitlicht sowie den Schwerpunkt auf die Kriminalprävention gelegt hat, zog Borchert ein positives Fazit.

Im siebenköpfigen Team besuchte Borchert 104 von 113 Schulen im Einzugsgebiet der Polizeidirektion Kiel; besonders bei Vorfällen sei sein Team gerufen worden, so Borchert. Einer dieser Fälle betraf die 15-jährige Schülerin eines Gymnasiums im Kreis Plön: „Sie hatte Party-Fotos von sich nach einem Trinkgelage selbst auf Facebook gepostet“, sagte Borchert. „Diese Fotos wurden von Schülern dazu benutzt, sie auf anderen Internet-Seiten doof dastehen zu lassen. Das fand sie irgendwann nicht mehr witzig.“

Ein Punkt, an dem Borchert und sein Team aktiv werden können. Sie klären Schüler jeder Schulart über den sensiblen Umgang mit eigenen Daten auf. Und sie berichten, dass der Missbrauch dieser Daten eine Straftat sein kann – Beleidigung, Bedrohung, die Missachtung des Rechtes am eigenen Bild. Dies kann Ermittlungen nach sich ziehen, so dass ein Schüler mit seinen Eltern auf dem Revier erscheinen muss. „Oft sehen wir bei Tätern und Opfern erstaunte Gesichter“, so Borchert. „Da ist eine großeUnbekümmertheit weit verbreitet.“ Viele Opfer von Cyber-Mobbing seien zudem geschockt, wenn sie versuchen, Inhalte im Internet zu löschen. „Denn das geht meistens nicht mehr“, sagte der Präventionsbeamte. Durch die Sensibilisierung von Schülern, Lehrern und Eltern könnten oft neue Vorfälle verhindert werden.

Auch im Hinblick auf Alkohol, Drogen und Medikamente leistet das Borchert-Team Aufklärungsarbeit: Rund 100 Besuche im Unterricht oder Vorträge zählte er auf. Dazu kommt die Radfahrausbildung von 3000 Schülern im dritten Schuljahr sowie die Einführung des Konzepts Sicherheitsberater für Senioren (wir berichteten). Demnächst steht die Unterrichtung der Erstklässler zum sicheren Schulweg an. Ab dem Herbst gibt es Einbruchschutz-Veranstaltungen.

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