zur Navigation springen

Lehrerausbildung : CAU und Uni Flensburg am Runden Tisch

vom

Am Montag treffen sich die Präsidien der beiden Universitäten mit Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer. Ziel ist eine Schlichtung und eine Lösung, mit der beide Einrichtungen leben können. Nach Bekanntwerden der Pläne von Bildungsministerin Waltraud Wende, gab es massive Proteste aus Kiel.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 10:23 Uhr

Kiel/Flensburg | Die beiden Präsidien der Kieler und der Flensburger Universitäten treffen sich am Montagnachmittag mit Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer (SPD), um über die geplante Lehramtsreform zu sprechen. Das Ziel laut Ministeriumssprecher: „Eine top Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein.“

Nach Bekanntwerden von Wendes Plänen, 13 statt der bisher geplanten sieben Fächer auf Sekundarstufe-II-Niveau in Flensburg einzurichten, gab es Empörung in Kiel. Wende hatte die Investitionskosten für den Ausbau der Lehrerbildung an der Uni Flensburg in ihrer Kabinettsvorlage mit 1,2 Millionen Euro angegeben. Die Uni Kiel hält diese Summe für eine Fantasiezahl, rechnet mit 55 Millionen Euro nur für den Bau von Laboren für Biologen, Physiker und Chemiker.

Die Reaktion aus Kiel: „Investitionen in die Flensburger Ausbildung gehen auf Kosten der CAU“, sagte Kanzler Eisoldt. Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen CAU-Präsident Gerhard Fouquet und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gab es vor einer Woche. „Es war ein gutes Gespräch“, mehr ist seitens der Uni nicht zu hören.

Die Kieler Uni sieht durch die Diskussion und die geplante Reform den „Wissenschaftsstandort der Landeshauptstadt und Schleswig-Holsteins in Gefahr“. Fouquet: „Wir besitzen die Expertise, um sagen zu können, was die Einrichtung speziell für naturwissenschaftliche Fächer finanziell bedeutet, um wenigstens die bundesweiten Mindeststandards zu erfüllen.“ So, wie das Flensburger Konzept derzeit geplant ist, sieht Fouquet nicht einmal die Standards erfüllt. Im Gegenteil, er findet das Vorhaben „verantwortungslos“. Fouquet fordert deshalb „ein abgestimmtes, sinnvolles Konzept mit dem ein vernünftiger, verantwortungsvoller Weg beschritten werden kann“. Dann sei er auch wieder zur Zusammenarbeit mit der Flensburger Uni bereit. Fouquet hielt der Uni Flensburg einen Vertrauensbruch vor wegen fehlender Informationen. Als Konsequenz legte die Universität Kiel bis auf weiteres die Umsetzung eines Praxissemesters und einen gemeinsamen Antrag mit der Universität Flensburg für das Bund-Länder-Programm „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ auf Eis.

Lehramts-Studenten der Kieler Uni gründeten die Facebook-Gruppe „Stoppt Wendes Bildungsreform“, die schon mehr als 1000 Anhänger hat. Sie kritisieren hier die Pläne der Ministerin und zweifeln an der Reform.

Die Universität Flensburg hatte die Vorwürfe der Kieler Uni zurückgewiesen, Repräsentanten aus Flensburg hätten an den neuen Plänen der Politik „mitgeschrieben“. „Die Ankündigung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, jede Kooperation mit der Universität Flensburg vorerst auf Eis zu legen, basiert auf dieser Fehlannahme“, sagt der Flensburger Uni-Präsident Werner Reinhart. „Das lässt uns hoffen, dass die Kieler Universität ihre Entscheidung bald korrigiert.“

Die Flensburger Uni hält aber weiterhin an ihrem aus Kiel kritisierten Plan fest, künftig 13 Studienfächer auf dem Niveau der Sekundarstufe II (Klasse elf bis 13) anzubieten. Lediglich sechs Fächer werden ausschließlich für künftige Grundschullehrer unterrichtet. Nur so könne die Uni hinreichend viele Fächerkombinationen anbieten. „Weniger als 13 Fächer dürfen es nicht werden“, sagte Reinhart mit Nachdruck. In Kiel werde kein einziges Fach eingeschränkt, betont er. „Ich sehe nicht, dass wir die CAU zum Ausbluten bringen.“ Bislang bildete die Flensburger Uni in 20 Fächern für das Lehramt in Sekundarstufe I aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen