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Schlafen am Strand : Cabrio mit Kufen und Bullaugen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der neue Schlaf-Strandkorb feierte am Freitag seine Premiere am Falckensteiner Strand. Acht Exemplare stehen bislang in verschiedenen Ostsee-Gemeinden zur Verfügung. Alle sind 2,40 Meter lang und 1,30 Meter breit, verschließbar, schnell aufklappbar und transportabel.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 18:31 Uhr

Die wichtigste Ausstattung sind vielleicht die kleinen Regalfächer am Kopfende. Da passt gut das Handy rein – und das hat man dann schnell zu Hand, sollten tatsächlich mal böse Buben herumstrolchen. Aber eigentlich rechnet damit niemand. Denn der Schlaf-Strandkorb, der gestern am Falckensteiner Strand in Kiel eine Art Weltpremiere feierte, ist einer Campingunterkunft vergleichbar. „Das ist wie Zelten mit Matratze“, erklärten die beiden Blondinen Lisa und Marie, die für die Fotografen an der Kieler Förde probeliegen durften.

Der Strandkorb ist eine norddeutsche Erfindung. Sitzen kann man im Strandkorb, in der Sonne dösen und vielleicht auch ein kurzes Nickerchen einlegen. Doch zum Übernachten war er bislang nicht ausgelegt. Seit der Rostocker Korbmacher Wilhelm Bartelmann 1882 vor Warnemünde den ersten „Strandstuhl“ aufgestellt hatte, mussten 134 Jahre vergehen, bis die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) den neuen „Schlaf-Strandkorb“ entwickelte: 1,30 Meter breit und 2,40 Meter lang, in Stufen aufklappbar, abschließbar, mit zwei seitlichen Bullaugen versehen und dank der Kufen gut transportabel.

Beteiligt am Projekt waren die Gesellschaft Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT) und das Design-Studio Feldmann + Schultchen. Inhaber André Feldmann spricht denn auch vom „kleinsten Strandapartment“ oder „vom langsamsten Cabrio“. Acht Exemplare dieser eigenwilligen Kufen-Übernachtungszelte wurden in der Behinderten-Werkstatt der Aktion Mensch in Meldorf gefertigt, der Stückpreis liegt bei knapp 6000 Euro.

TASH-Geschäftsführer Uwe Wanger setzt ebenso wie OHT-Chefin Katja Lauritzen darauf, dass die Idee ankommt und das Projekt ähnlich wie der herkömmliche Strandkorb zu einer Erfolgsstory erwächst. Die Vermarktungsstrategien sind durchaus unterschiedlich. In Eckernförde etwa ist der „Zweisitzer-Cabrio“ vorerst für 15 Euro am Tag und 29 Euro pro Nacht buchbar. In Travemünde sind es 39 Euro, wahlweise mit einem Mondschein-Prosecco-Korb. Der Ferienpark Weißenhäuser Strand bietet seinen Hausgästen eine exquisite Nacht am Strand für 29 Euro an. Fehmarn wirbt um Brautpaare, die ihre Hochzeitsnacht unter freiem Himmel verbringen mögen (29,90 Euro) und verspricht sogar: „Bei Regen Geld zurück.“  



> Weitere gezielte Infos sind erhältlich im Internet: www. strandschlafen-ostsee.de

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