CSD in Kiel : Buntes Bekenntnis für gleiche Rechte

Rund 400 Teilnehmer zählte der bunte, zum Teil schrill kostümierte CSD-Zug laut Polizeiangaben, der sich am Sonnabend ausgelassen durch die Innenstadt bewegte.
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Rund 400 Teilnehmer zählte der bunte, zum Teil schrill kostümierte CSD-Zug laut Polizeiangaben, der sich am Sonnabend ausgelassen durch die Innenstadt bewegte.

400 Teilnehmer zogen am Sonnabend ausgelassen beim 18. Christopher Street Day durch die Innenstadt. Schirmherrin Anke Spoorendonk unterstützt die „Homo-Ehe“.

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01. Juni 2015, 06:09 Uhr

Kiel ist bunt und am Sonnabend war es noch ein bisschen bunter. Rund 400 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender nahmen laut Polizeiangaben am Demonstrationszug des 18. Kieler Christopher-Street-Day (CSD) teil und zogen ausgelassen und teils schrill verkleidet zu wummernden Techno-Klängen durch die Stadt. Unter dem Motto „Gleich ist nicht gleichgültig“ forderten sie eine völlige Gleichstellung mit anderen Menschen. Demonstrationszug, die Abschlussparty am Abend und der CSD-Gottesdienst gestern in der Nikolaikirche waren wieder Höhepunkte der vorangegangenen Woche mit Rathausempfang, Filmabend und Theateraufführung.

Unter den Teilnehmern am Sonnabend waren auch Henry Möncke (24) aus Kiel und Ole Kiecksee (20) aus Jevenstedt bei Rendsburg, die seit Anfang Mai ein Paar sind. Befragt nach ihrer Meinung zum aktuellen Thema „Ehe für alle“ und auch einem damit verbundenen Adoptionsrecht, waren beide unisono dafür: „Es sollte absolut eine Ehe für alle geben, und zwar für jede Form der Partnerschaft – inklusive der Möglichkeit Kinder zu adoptieren“, so Henry Möncke. Dass nach einer aktuellen Umfrage des Magazins „Spiegel“ zwei von drei Deutschen dafür sind, Lebenspartnerschaften von Homosexuellen der Ehe gleichzustellen, damit hatten beide gerechnet. Dass aber noch mehr, nämlich 75 Prozent, ein Adoptionsrecht befürworten, da waren der Student und der Abiturient dann doch erstaunt. „Da ist die Gesellschaft wohl weiter als unsere Politik“, so Möncke.

Das aber trifft nicht auf alle zu: Europa- und Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW), die erstmals „mit großer Freude“ die Schirmherrschaft übernommen hatte, sagte im Gespräch, dass sie sowohl die Ehe für alle, als auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare unterstütze und nannte die jüngste diesbezügliche Abstimmung in Irland eine Steilvorlage, durch die sich die Meinungen dazu jetzt parteiübergreifend zum Positiven änderten. „Wir müssen jetzt ein ordentliches Stück nach vorne gehen und nicht wieder kleine Kompromisse machen“, so Spoorendonk. Als Europaministerin wünscht sie sich zudem, dass vom Kieler CSD ein Signal ausgeht – „ein Signal an die Länder, in denen Schwule und Lesben sich nicht auf der Straße zeigen können“, wie sie auf der Abschlusskundgebung betonte.

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