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Bunte Krach-Parade für mehr Inklusion

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rund 500 Teilnehmer machen beim Umzug durch die Innenstadt zur Kieler Woche auf ihren Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Teilhabe aufmerksam

Fahrradhupen, Tröten, Trillerpfeifen, Rasseln, Tamburine und vor allem Trommeln: Mit dieser quirlig-lauten Mischung aus Instrumenten, teilweise selbst gebaut, zogen gestern Nachmittag rund 500 fröhliche Menschen mit und ohne Behinderung aus dem ganzen Land durch die Kieler Innenstadt zum Ratsdienergarten. Das Trommeln und gemeinsame Laut-sein soll Freude machen.

Das Symbolische daran: Es wirkt auch als Werbetrommel, für mehr gelebte Inklusion von Menschen mit Behinderung im Alltag, in der Schule, bei der Arbeit, während der Kieler Woche, in der Gesellschaft. Das ist die Botschaft des „Krach-Mach-Tachs“, der während der Kieler Woche wieder für viel Trubel sorgte. „Es ist toll dabei zu sein und auf sich aufmerksam zu machen“, sagte Harald Kunde (58), der seit über 40 Jahren in der Eckernförder Werkstatt arbeitet.

An einer Bushaltestelle schaute ein Passant neugierig dem Umzug zu. Er fragte sich: „Was hat denn Inklusion mit Krach zu tun?“ Krach machen, das sei immer noch notwendig, um auf das Ziel – mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung – aufmerksam zu machen, sagte der Kieler Ratsherr Benjamin Raschke (SPD) später auf der Jungen Bühne, wo inklusive Bands gegeneinander antraten. Auch der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Ulrich Hase, betonte: „Wir brauchen Impulse. Der Krach-Mach-Tach“ ist so ein Impuls.“ Hase veranstaltet den „Krach-Mach-Tach“ mit Unterstützung der Landesregierung und dem Sozialverband Deutschland im Norden. Die Organisatoren sprechen von der „größten inklusiven Parade Deutschlands“. Sozialministerin Kristin Alheit und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer trommelten mit.

Auch wenn es der Jury schwer fiel, Sieger unter den „Krach-Machern“ auszuwählen: Zwei Favoriten hatten sie doch. Den zweiten Platz (500 Euro) ergatterten die „Drachenkracher“ von der Werkstatt Drachensee in Kiel. Jury-Liebling waren die Parade-Teilnehmer der Lebenshilfe Neumünster mit ihrem selbst gebauten „Inklusions“-Schiff aus Pappe, das einen Eisberg namens „Exklusion“ vor sich her trieb. Sie erhielten 1000 Euro. Wochenlang hatte man sich auf diesen Tag gefreut, so Gruppenleiter Norbert Schnoor . „Wir wollen den 1. Platz gewinnen“, hatte er schon vorher betont. Beim Band-Wettbewerb siegten die „The Black Lions“ aus Preetz  /  Plön.

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erstellt am 25.Jun.2016 | 06:02 Uhr

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