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CSD mit Rekord-teilnahme : Bunt wie der leuchtende Regenbogen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Christopher Street Day in der Kieler Innenstadt: 1200 Teilnehmer fordern gesellschaftliche Toleranz und freuen sich über die Ehe für alle. „Ein großer Erfolg für die Gesellschaft“, freute sich auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.

Neuer bunter Rekord: Wurde im letzten Jahr beim Kieler Christopher Street Day (CSD) 800 Teilnehmer gezählt, nahmen an diesem Wochenende nach Angaben der Polizei etwa 1200 Schwule, Lesben, Bi- und Intersexuelle sowie Transgender an der schrillen Parade durch die Innenstadt teil. „Ihr könnt stolz sein auf die große Teilnehmerzahl. Ich freue mich, der Oberbürgermeister einer Stadt mit solch einem CSD zu sein“, sagte der Schirmherr Ulf Kämpfer in seiner Begrüßungsrede.

Erfreut zeigte sich Kämpfer auch darüber, dass das, was vor zwei Jahren noch die Hauptforderung beim CSD war, jetzt endgültig Realität wird: die Ehe für alle. „Das ist ein großer Erfolg für die Gesellschaft und wird sie positiv verändern“, so der Oberbürgermeister weiter.

Froh darüber, dass die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare Wirklichkeit wird, sind beispielsweise Niels (26) und Pascale (24) aus Kiel, seit vier Jahren ein Paar. „Ich bin etwas enttäuscht, dass es so lange gedauert hat. Aber jetzt freuen wir uns umso mehr, dass wir im Sommer kommenden Jahres heiraten können“, so Niels. Der Vorteil gegenüber der bisherigen Lebenspartnerschaft liegt auf der Hand: Musste man nämlich beim Familienstand „Lebenspartnerschaft“ angeben (und sich damit zwangsläufig outen), heißt es künftig schlicht und ergreifend „verheiratet“.

Doch mit der Ehe für alle ist der CSD nicht überflüssig geworden. Solange es weiterhin Ressentiments in Teilen der Gesellschaft gebe, müsse man weiter gegen Homophobie – die Feindseligkeit gegenüber Schwulen und Lesben – und Intoleranz auf die Straße gehen, betonte Kämpfer.

CSD-Mitorganisator Thorsten Brandt wies zudem auf die drängenden Probleme von trans- und intersexuellen Menschen hin. Und Daniel Lembke-Peters vom CSD-Verein rief mit Blick auf das aktuelle Motto „Mit Sorgfalt Vielfalt wählen“ dazu auf, bei den anstehenden Wahlen gemeinsam für Vielfalt zu sorgen und in Zeiten wachsenden Hasses und zunehmender Gewalt der Vernunft eine Stimme zu geben. „Wählt bunt und gebt nicht den Rückwärtsgewandten wie der AfD, die unsere Rechte einschränken wollen, eure Stimme“, forderte er die Teilnehmer am CSD in Kiel auf. Als Plädoyer für eine offene und tolerante Gesellschaft verstanden alle Redner ihre Aufrufe.

Mit dem Umzug und dem anschließenden Straßenfest auf dem Asmus-Bremer-Platz, der nächtlichen Party in der Pumpe und dem Gottesdienst am Sonntag in der Nikolaikirche endete der CSD, für den auf dem Rathausbalkon auch wieder die Regenbogenfahne aufgezogen wurde.  

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erstellt am 09.Jul.2017 | 18:01 Uhr

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