ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel : Bundesregierung besiegelt U-Boot-Deal mit Israel

Bei dem Geschäft geht es um drei U-Boote von TKMS in Kiel.
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Bei dem Geschäft geht es um drei U-Boote von TKMS in Kiel.  

Der Verkauf war wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen zunächst gestoppt worden.

shz.de von
23. Oktober 2017, 15:35 Uhr

Kiel/Berlin | Die Bundesregierung gibt den Weg frei für den lange auf Eis liegenden Verkauf von drei deutschen U-Booten an Israel. Noch am Montag sollte ein Regierungsabkommen unterzeichnet werden, das die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung für das Rüstungsgeschäft festlege, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Die vertrauliche Vereinbarung betreffe den deutschen Beitrag zur Finanzierung. Deutschland unterstützt die angeblich 1,5 Milliarden Euro teuren U-Boot-Lieferungen, weil es sich für die Sicherheit des Staates Israel besonders verantwortlich fühlt.

Bei dem Geschäft geht es um drei U-Boote von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel. Das Kanzleramt hatte den Verkauf wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen zunächst gestoppt. Auch die Korruptionsermittlungen in Israel seien Gegenstand der Verhandlungen gewesen, teilte ein Regierungssprecher mit. Die Details des Abkommens seien vertraulich. Die Bundesregierung habe aber „alle relevanten Gesichtspunkte“ in der Vereinbarung berücksichtigt.

Israelische Korruptionsermittler hatten in der Affäre unter anderem den ehemaligen israelischen Vertriebspartner von TKMS, Miki Ganor, festgenommen. Weiterhin nahmen sie den Ex-Büroleiter von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und einen ehemaligen Minister fest. In der Affäre stand zunächst auch Netanjahu selbst unter Druck. Ihm wurde vorgeworfen, den U-Boot-Deal gegen den Willen von Militär und Verteidigungsministerium durchgesetzt zu haben.

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