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Zukunft des Raisdorfer Freibades : Bürgermeister Stremlau will die Einwohner befragen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das detaillierte Konzept steht noch nicht. Sicher ist nur: Die Sanierung des Freibades im Schwentinentaler Ortsteil Raisdorf wird Millionen kosten. Der Bürgermeister will deshalb die Einwohner befragen. Denn in letzter Konsequenz ist mit Steuererhöhungen zu rechnen.

Michael Stremlau, der Bürgermeister in Schwentinental, zieht seine Lehren aus der jahrelangen Debatte in der Nachbarstadt Kiel um die Existenz des Freibades Katzheide. Er geht in die Offensive und kündigte mitten in der Sommerpause eine Bürgerbefragung über die Zukunft des eigenen Raisdorfer Freibades an.

In der Landeshauptstadt hatte aufgestauter Frust zur Gründung einer Initiative unter dem Titel „Rettet Katzheide!“ geführt. Bei der Unterschriftenaktion vor zwei Jahren sprachen sich 8500 Sympathisanten für ein offizielles Bürgerbegehren aus. Dazu kam es nur deshalb nicht, weil die Ratsversammlung – überrascht von der riesigen Welle der Unterstützung – dem beliebten Freibad auf dem Ostufer die Existenzgarantie gab.

Auch in Schwentinental mit seinen knapp 14  000 Einwohnern beherrscht die Debatte über die Zukunft des Freibades seit Monaten die Politik. Auch hier hat sich bereits eine Initiative gegründet, die ein Bürgerbegehren anstrebt. Stremlau will aber nicht nur reagieren, er will selbst handeln. Außerdem könne man die Betriebskosten künftig nicht mehr den Stadtwerken Schwentinental (SWS) aufbürden. Denn in der Konsequenz trugen bislang die SWS-Kunden das Defizit – im vergangenen Jahr immerhin 240  000 Euro. Dieses Minus, so Stremlau, „müsse künftig zumindest anteilig von der Stadt getragen werden“.

Das detaillierte Konzept für die Sanierung des Freibades steht zwar noch nicht fest. Klar ist allen Beteiligten allerdings, dass es sich um einen Millionenbetrag handeln dürfte. Das zeigt allein das Beispiel der baufälligen Wasserrutsche – zu besseren Zeiten beliebter Nachwuchs-Gaudi. Die Reparatur der gesperrten Rutsche allein reicht nicht aus. Heute wird aus Sicherheitsgründen ein gesondertes „Landebecken“ gefordert, doch damit kann das gleich neben dem Tierpark gelegene Bad nicht dienen.

Stremlau will von seinen Bürgern wissen, „ob sie bereit sind, die zusätzlichen Kreditaufnahmen für die Sanierung/ Modernisierung in Abhängigkeit von der (städtischen) Haushaltslage mit zu finanzieren“. Sprich: Es könnte Steuererhöhungen geben. „Diese denkbaren Mehrbelastungen zu verschweigen, wäre nicht fahrlässig, sondern auch unehrlich“, erklärt der Bürgermeister. Das genaue Verfahren der Bürgerbefragung sollte nach seinen Worten die Stadtvertretung festlegen. Und auf der Basis des „umfassenden Meinungsbildes der Bürgerinnen und Bürger“ sollte dann auch die Entscheidung fallen: pro oder kontra Raisdorfer Freibad.

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erstellt am 11.Aug.2017 | 18:37 Uhr

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