Katzheide : Bürgerbegehren ist gestartet, das Freibad soll bleiben

Erste Unterschrift: (von links) Andreas Regner, Hartmut Jöhnk und Uwe Hagge schauen Silvia Mehmel zu.
Erste Unterschrift: (von links) Andreas Regner, Hartmut Jöhnk und Uwe Hagge schauen Silvia Mehmel zu.

Die Anheänger des Freibades Katzheide auf dem Ostufer wollen ab sofort 7800 Unterschriften sammeln. Damit sie können sie einen offiziellen Bürgerentscheid um das Fortbestehen des beliebten Freibades erzwingen. Der Streit um die Kosten der Sanierung geht unverändert weiter.

shz.de von
09. Juli 2015, 12:42 Uhr

Seit gestern läuft läuft das zweite Bürgerbegehren der Kieler Stadtgeschichte. Silvia Mehmel war die erste Unterzeichnerin unter dem Aufruf, den die Freibad-Freunde auf dem Kieler Ostufer aufgesetzt haben. „Sind Sie für den Erhalt des Schwimmbades Katzheide?“ lautet die entscheidende Frage. Im nächsten halben Jahr müssen 7800 Einwohner der Landeshauptstadt (4 Prozent der Wahlberechtigten) den Appell mit ihrer Unterschrift mittragen – dann muss die Stadt einen offiziellen Bürgerentscheid abhalten. Einmal hat sie es bisher getan: 52,5 Prozent der Wähler sprachen sich im Frühjahr 2014 für die Ansiedlung von Möbel Kraft aus – 47,5 Prozent waren dagegen.

Die Initiatoren hatten das Bürgerbegehren bereits am 26. Mai formell beantragt. Dass die Stadt sich 42 Tage Zeit ließ mit ihrer Antwort – obwohl der Gesetzgeber eine „unverzügliche“ Antwort verlangt –, werten sie als taktisches Manöver. „Die Stadt spielt auf Zeit“, sagt Uwe Hagge, Pastor in der Sozialkirche, die übrigens direkt neben Katzheide liegt.

„Das Thema ist unangenehm für die Stadt“, ergänzt Hartmut Jöhnk, der als Ingenieur schon bei der Modernisierung des Freibades vor 25 Jahren dabei war und die Technik der Anlage bestens kennt. „Katzheide ist der Mittelpunkt des Ostufers“, sagt er und hadert seit Monaten mit den Kosten, die die Stadt für Instandsetzung und Sanierung nennt.

Die angeblichen 750  000 Euro hält er für maßlos übertrieben, dennoch taucht diese vielfach kritisierte Summe jetzt wieder in der offiziellen Stellungnahme zu Katzheide auf. Gestern Abend allerdings hat Stadtrat Gerwin Stöcken dem Sportausschuss eine Berechnung vorgelegt, wonach die Arbeiten am Nichtschwimmerbecken 52  000 Euro gekostet haben. Mit Beginn der Ferien soll Katzheide wieder öffnen, um das Schwimmerbecken wird ein Zaun gezogen. Dort nämlich war laut Stadt ein Schimmelbefall festgestellt worden – die Katzheide-Befürworter sprechen dagegen von einer Ausrede, weil die Stadt keine Konkurrenz für das im Bau befindliche moderne Schwimmbad an der Hörn wünsche.

Dass die Stadt außerdem für den dauerhaften Betrieb mit Ausgaben von 10,4 Millionen Euro kalkuliert und sich dabei auf die Modernisierung des Freibades in Trier beruft, ist für Andreas Regner „völlig verquarzt“. Von Edelstahl und Super-Rutsche wie in Trier war in Katzheide nie die Rede, sagt er. Alle drei Initiatoren des Bürgerbegehrens sind sich einig: „Wir fühlen uns von der Stadt verschaukelt.“
 

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