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Ja oder Nein : Bürger entscheiden über Olympia in Kiel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit dem Versand von 198 102 Wahlkarten läuft die Vorbereitung für das Bürgervotum an. Am 29. November entscheiden die Kieler, ob die Segelwettbewerbe im Jahre 2024 an der Förde stattfinden sollen.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 12:42 Uhr

Die Debatte um die Ausrichtung der Segelwettbewerbe bei den Olympischen Spielen 2024 biegt auf die Zielgerade ein. In einem Monat, am Sonntag, 29. November, werden die Kieler – und parallel auch die Hamburger – über Olympia abstimmen. Genau 198  102 Wahlbenachrichtungen verschickt die Landeshauptstadt in diesen Tagen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte mehrfach deutlich gemacht, dass er auf eine breite Zustimmung der Bevölkerung setzt, um der gemeinsamen Bewerbung von Hamburg und Kiel auf internationaler Ebene Rückenwind zu verleihen.

Die Kosten für die Segelwettbewerbe auf der Kieler Förde, das ist bekannt, werden auf 146 Millionen Euro taxiert. Allein das olympische Segeldorf schlägt mit 56 Millionen zu Buche. Kiel setzt auf Hilfe des Landes, des Bundes und privater Sponsoren, den Eigenanteil kalkuliert Kämpfer auf maximal 41 Millionen Euro. Diese Ausgabe hält der Oberbürgermeister für angemessen, denn: „Olympia ist für die Region Kiel eine Riesenchance.“ Allerdings: Für den Rückbau der olympischen Einrichtungen werden wohl noch einmal zehn Millionen Euro fällig. Zum Vergleich: Kiels großer Olympia-Partner Hamburg will 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro selber schultern, die geschätzten Gesamtkosten für das sportliche Großspektakel an der Elbe liegen bei 11,2 Milliarden Euro.

Auf dem Wahlschein am 29. November wird eine einzige Frage stehen, die die Kieler mit einem Kreuz im Ja- oder Nein-Kästchen beantworten sollen (siehe Extra-Kasten). Die Ratsversammlung hatte sich bereits mit großer Mehrheit (SPD, CDU, Grüne, SSW und FDP) für Olympia ausgesprochen. Lediglich die Linke lehnt die Bewerbung ab – angesichts der gewaltigen Kosten würde für wichtige soziale Projekte künftig das Geld fehlen.

An die Bürgerabstimmung sind strenge Auflagen geknüpft. Mindestens acht Prozent der Wahlberechtigten müssen eine gültige Stimme abgeben, das entspricht mindestens 15  849 Personen. Andernfalls ist das Votum hinfällig, die Ratsversammlung müsste neu entscheiden. Eine Wahlnachricht zugeschickt erhalten alle Einwohner ab 16 Jahren. Wer bis zum 7. November keine Post vorfindet, kann Kontakt mit dem Bürger- und Ordnungsamt aufnehmen, um das Stimmrecht zu prüfen.

Das Büro für die Briefwahl nimmt seine Arbeit am kommenden Montag, 2. November, im Untergeschoss des Rathauses auf. Geöffnet ist montags und dienstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr.

 

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