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Landgericht Kiel : Brandstiftung in Döner-Imbiss: Haftstrafe für Besitzer

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Aus der Onlineredaktion

Der Besitzer des Döner-Imbiss stiftete zur Brandstiftung seines Ladens an. Dafür geht er für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.

Kiel | Im Prozess um die Brandstiftung in einem Döner-Imbiss in Kiel hat das Landgericht den Besitzer als Drahtzieher zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. Ein 23 Jahre alter Mitangeklagter, der gemeinsam mit dem dritten Angeklagten das Feuer legte, muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Sein 20-jähriger Kumpan kam mit einer Bewährungsstrafe nach Jugendrecht davon. Die beiden hatten als Aushilfen in dem Dönerladen gearbeitet.

Bei dem Feuer, das nach Auffassung des Gerichts gelegt wurde, um einen Versicherungsbetrug zu kaschieren, geriet im Juni 2015 in der Kieler Feldstraße  ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus in Brand. Die Feuerwehr musste die Bewohner von den Balkonen retten.

Das Gericht blieb deutlich unter dem dem Strafantrag der Staatsanwältin. Sie hatte für den Imbiss-Besitzer elf Jahre Gefängnis gefordert und will Revision prüfen.

Die Komplizen hatten gestanden, das Feuer in der Nacht zum 29. Juni 2015 im Auftrag ihres Chefs gelegt zu haben. Dabei explodierte ein Benzindampf-Gemisch und löste einen Großbrand in dem vierstöckigen Mehrfamilienhaus aus. Eine Feuerwalze schnitt den Bewohnern den Fluchtweg über das Treppenhaus ab. Die Feuerwehr rettete sie in einer dramatischen Aktion von den Balkonen.

Die Verteidigung wollte für den 43-Jährigen Freispruch und für die beiden jungen Männer Bewährungsstrafen. Der Brandschaden wird auf 1,4 Millionen Euro geschätzt.

Der Großbrand machte das Mehrfamilienhaus in Kiel unbewohnbar. In der Feuernacht bemerkten die schlafenden Bewohner er, was passiert war, als ihnen das Feuer den Fluchtweg abgeschnitten habe, sagte die Anklägerin vor Gericht. Nur notdürftig bekleidet seien sie in Todesangst bei beißendem Qualm und großer Hitze auf die Balkone geflüchtet. Einige hätten sich sogar in die Tiefe stürzen wollen. Alle hätten Hab und Gut verloren.

Ihre Tat hatten die beiden Mitangeklagten schon vor Prozessbeginn gestanden. Der Imbissbesitzer hatte erst im Gericht eine Erklärung verlesen lassen. Darin wies er den Mitangeklagten die Hauptschuld an dem verheerenden Feuer zu. Die Staatsanwältin glaubte ihm jedoch nicht. Einem Mithäftling sollte der Mann in Untersuchungshaft verraten haben, dass er der Drahtzieher und Auftraggeber sei. Die Details, die er dabei nannte, habe nur der Täter wissen können.

Die beiden Mitangeklagten waren durch die Explosion und das Feuer selbst schwer verletzt worden, flohen aber zunächst. Für den jüngeren der beiden beantragte die Staatsanwältin eine Jugendstrafe. Der damals 19-Jährige sei in seiner Reifeentwicklung erheblich verzögert. Sie wies auch darauf hin, dass beide Männer ihr Leben lang Schadenersatz leisten müssten.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 10:36 Uhr

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