Bunter Streifzug : Bodenkunde mit gezähnten Bildern

Ungewöhnliche Kombination: Hans-Peter Blume hat jahrelang gesammelt, bis er die Briefmarken für seinen „Philatelistischen Streifzug durch die Bodenkunde“ zusammenhatte.
1 von 3
Ungewöhnliche Kombination: Hans-Peter Blume hat jahrelang gesammelt, bis er die Briefmarken für seinen „Philatelistischen Streifzug durch die Bodenkunde“ zusammenhatte.

Der emiritierte Kieler Wissenschaftler und Sammler Hans-Peter Blume (85) erklärt mit Briefmarken aus aller Welt sein Forschungsgebiet: die Bodenkunde.

shz.de von
27. August 2018, 19:20 Uhr



Was macht man, wenn man als Wissenschaftler im Ruhestand lebt, sein Wissensgebiet vermitteln möchte und zugleich überzeugter Briefmarkensammler ist? Man schreibt ein Buch und greift zur Bebilderung auf die internationale Motivwelt der Philatelie zurück. Nach dieser Devise hat der 85-jährige Hans-Peter Blume jüngst seinen „Philatelistischen Streifzug durch die Bodenkunde“ vorgelegt.

Blume, Jahrgang 1933, hat schon als kleiner Junge Briefmarken gesammelt. Seine Mutter war bei der Post in Tating auf der Halbinsel Eiderstedt beschäftigt und brachte ihrem Bübchen die postfrischen Exemplare der Reichspost mit. Später, als Blume anerkannter Wissenschaftler wurde, hat er seine Sammelleidenschaft ausgedehnt.

Überall, wo der Bodenkundler forschte, hat er sich auch philatelistisch umgesehen. Es waren viele Länder: Schweden und Dänemark, Russland, Armenien und Georgien, Libyen und Ägypten. Gemeinsam mit einem Kollegen verbrachte Blume sogar acht einsame Wochen in einer australischen Forschungsstation in der Antarktis – für ihn übrigens die trockenste Region der Erde, noch vor der Sahara.

1981 übernahm er an der Kieler Universität das Institut für Bodenkunde. Er leitete es 17 Jahre lang, noch heute steht der 85-jährige emeritierte Professor mit Hunderten von Wissenschaftlern weltweit in Verbindung. In seinem Buch geht Blume auf unterschiedliche Bodenlandschaften ein, er widmet sich der Bodenbearbeitung, der Tierwelt, der Lehre und Forschung, dem Umweltschutz und auch der Historie der Bodenkunde – alles illustriert mit den Abbildungen der philatelistischen Kleinkunst. Sogar der Untergrund auf dem Mars findet sich im Buch als Briefmarke – Blume hat ihn bei der Post in Liechtenstein drucken lassen. Die Auflage von 100 Exemplaren ist winzig, aber die 55-Cent-Marke besitzt Gültigkeit.


*



> Hans-Peter Blume: „Ein philatelistischer Streifzug durch die Bodenkunde“, 230 Seiten mit Erklärungen zu 2100 Briefmarken, Briefen und Postkarten; Verlag Schweizerbart, Stuttgart; ISBN 978-3-510-65412-3; 39,90 Euro

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen