Eckernförder Schüler in Kiel : „Blaue Briefe“ für Albig und Wende

Übergabe der Briefe: Ministerpräsident Torsten Albig, Bildungsministerin Wara Wende und Schülersprecher Erik Schulte-Göcking.
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Übergabe der Briefe: Ministerpräsident Torsten Albig, Bildungsministerin Wara Wende und Schülersprecher Erik Schulte-Göcking.

Gegen den Abbau von Lehrerstellen haben gestern rund 150 Schülerinnen und Schüler der Eckernförder Grund- und Gemeinschaftsschule in Kiel protestiert. Dabei übergaben sie handgeschriebene Briefe an Ministerpräsident Albig.

shz.de von
20. Juni 2014, 04:25 Uhr

Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde (GGS) haben gestern in Kiel lautstark gegen den geplanten Abbau von Lehrerstellen protestiert. Etwa sechs bis neun Stellen würden dadurch bei der GGS wegfallen – für die Schüler zu viel. Symbolisch trugen sie Klassenfahrten oder bestimmte Kurse, die gestrichen werden müssen, mit einem selbstgebastelten Sarg zu Grabe, zogen durch die Innenstadt zum Landeshaus. Mit Sprechchören wie „Bildung vor“ , Transparenten sowie dem Einsatz von Trillerpfeifen trafen sie auf Bildungsministerin Wara Wende (parteilos) und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

„Wir können es nicht verstehen, dass uns durch die Politik Schulstunden mit wichtigen Inhalten verloren gehen“, betonte Schülersprecher Erik Schulte-Göcking (16, r.) gegenüber Wende und Albig. Viele der rund 700 Schüler der GGS haben in handgeschriebenen Briefen ihre Gefühle zum Ausdruck gebracht – der ganze Stapel wurde Albig übergeben (Foto). Die achtjährige Hedda schreibt etwa: „Ich habe gehört, dass gespart werden muss. Für mich bedeutet das, dass meine Mutter die selbst Lehrerin ist wo anders Arbeiten muss und nur noch wenig Zeit für mich hat! Außerdem werden die Klassen Größer (...) und vielleicht kann man nicht mehr so viele Ausflüge machen!“ Für Leon (11) bedeutet es, „dass ich zum Beispiel weniger Mathe-Stunden habe“.

Ministerpräsident Albig äußerte Verständnis für die Verärgerung der Schüler und betonte, alles tun zu wollen, um die Situation zu verbessern. Gleichzeitig wies er auf sinkende Schülerzahlen und die Verpflichtung zum schuldenfreien Haushalt hin: „Ich sage ganz ehrlich – auch ich werde Lehrerstellen abbauen, und zwar 2,9 Prozent.“

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