Ein Dorf für die Jugend : Bis hinauf in die Wipfel der Bäume

Der Ratsdienergarten wird zur Spielfläche: Dafür sorgen (von links) Edeltraud Hoppe-Seyler, Kate Eichberg, Florian Goletz, Burkhardt Richard, Arne Eichberg, Gregor Hinz, Tim Eckhorst, Sascha Dohrwardt, Stephan Ruhnke und Henning Rohwedder.
Der Ratsdienergarten wird zur Spielfläche: Dafür sorgen (von links) Edeltraud Hoppe-Seyler, Kate Eichberg, Florian Goletz, Burkhardt Richard, Arne Eichberg, Gregor Hinz, Tim Eckhorst, Sascha Dohrwardt, Stephan Ruhnke und Henning Rohwedder.

Klettern, Werkeln, Schneidern: Mit der neuen „Playground“-Zeltstadt gibt es erstmals zur Kieler Woche ein kompaktes Angebot für Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren. In guter Tradition laufen sämtliche Angebote kostenfrei, die Organisatoren setzen für die Zukunft auf die Hilfe von Sponsoren.

shz.de von
19. Mai 2015, 14:09 Uhr

Ohne die englischen Begriffe geht es offenbar nicht. Doch die Jugendlichen wissen natürlich sehr genau, was sich hinter „Guerilla Knitting“, „Möbel Upcycling“ oder „Street workout“ verbindet. Das Behäkeln der Laternen am Straßenrand, die Frischzellenkur für alte Möbel oder auch das Krafttraining unter freiem Himmel gehören zu den vielen Angeboten der Zeltstadt im Ratsdienergarten während der Kieler Woche. Mit dem „Playground“ (Spielfläche) richtet die Junge Bühne erstmals ein kompaktes Angebot für die Jugendlichen ein.

Zu alt für das Kinderreich auf der Krusenkoppel und gleichzeitig zu jung für die Erwachsenenwelt an der Kiellinie und der Hörn – seit Jahren schon wird ein gezieltes Programm für jungen Kieler zwischen zehn und 17 Jahren vermisst. Diesmal ist es endlich soweit: Der „Playground“ will nach Auskunft der beiden Organisatoren Arne Eichberg vom Kieler Jugendring und Burkhardt Richard von der Jungen Bühne Kiel alles bündeln, was dem Nachwuchs gefallen dürfte. Selbstverständlich laufen sämtliche Aktivitäten an den beiden Wochenenden 20./21. Juni sowie 27./28. Juni ohne Alkohol ab, auch Raucher werden aus dem kleinen Dorf im Ratsdienergarten verbannt.

Das Programm ist äußerst vielseitig. So bieten Gregor Hinz und Tim Eckhorst von „pure fruit“ Comic-Formate zum Mitgestalten an. Simon Kühl will mit den Jugendlichen Kunstwerke aus Elektroschrott schaffen. Bei der Open Stage können sich die Jugendlichen als Straßenkünstler probieren, auch im Beppolino-Zirkuszelt der Räucherei laufen Workshops. Im Grafitti-Atelier lernt der Nachwuchs unter Anleitung verschiedene Techniken kennen.

Und während die sportlich veranlagten Jugendlichen sich vielleicht auf der Miniramp oder beim Beatboxing austoben, steht die andere Ecke im Jugenddorf ganz im Zeichen von „Vintage-Kleidung“: Hier werden mitgebrachte Klamotten aufgestylt. Außerdem kann das modische Outfit mit Kostümteilen kombiniert werden, die das Theater dem „Playground“ für eine Woche zur Verfügung stellt. Stylisten und Friseure sind vor Ort, am Ende dokumentiert ein Fotograf das Ergebnis im eigenen Zeltstudio. Auf Wunsch ist das Bild dann im Internet vorzeigbar.

Der „Playground“ bietet seinen jungen Besuchern außerdem eine kleine „Tea-Lounge“ an, die Stadtbücherei bringt Konsolen für den elektronischen Sport mit. Und wer nach dem ganzen Trubel auf der Erde den ruhigen Blick aus der Höhe genießen möchte, kann klettern gehen. Der Hochseilgarten Altenhof baut zwischen Ahorn-, Linden- und Birkenstämmen einen Wipfel-Parcours auf. Die Organisatoren setzen darauf, dass das Programm gut einschlägt und eine große Welle macht. Dann wird es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben – und vielleicht findet sich ja auch ein finanzkräftiger Sponsor. Denn das phantasievolle Dorf im Ratsdienergarten bietet bietet sämtliche Attraktionen zum Nulltarif an. Wie es Tradition ist auf der Kieler Woche: Jeder Jugendliche kann im „Playground“ mitmachen.  

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