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Gefälschte Haftbefehle in Kiel : Betrügerisches Schreiben: Muss Oma in den Knast?

vom

18.600 Euro zahlen oder 620 Tage ins Gefängnis - aber ohne Kontodaten. Was die Betrüger bezwecken wollen, ist unklar.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 17:30 Uhr

Kiel | Riesenschreck nach Sichtung der Post: Zahlreiche, meist ältere Bürger haben nach Angaben der Verbraucherschützer in Kiel in den letzten Tagen „ein merkwürdiges, aber auch beunruhigendes Schreiben im Briefkasten gefunden“. Hierbei gehe es um einen vermeintlichen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Berlin. Der Adressat möge entweder eine offene Geldstrafe in Höhe von 18.600 Euro begleichen oder stattdessen eine Erzwingungshaftstrafe von 620 Tagen antreten.

„Dieses Schreiben ist eine – wenn auch relativ gut gemachte – Fälschung“, so Dr. Boris Wita, Jurist der Verbraucherzentrale (VZSH) Schleswig-Holstein. Bis auf wenige Details unterscheiden sich diese Fälschungen kaum von den echten Haftbefehlen der Staatsanwaltschaft Berlin.

Die genauen Hintergründe, insbesondere welche Ziele die Täter mit diesen Briefen verfolgen, seien derzeit Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen, die unter anderem auch die Würzburger Polizei führt. Entgegen der Erwartung finden sich in den Schriftstücken keine Überweisungsdaten und die angegebene Telefonnummer führt zu einem Faxgerät. „Auf keinen Fall sollten die Verbraucher diese Telefonnummer anrufen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass dann durch einen technischen Trick hohe Kosten entstehen könnten“, warnt Wita.

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