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Container-Klinik : Besserer Schutz für Risiko-Patienten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit gestern stehen die erste Module für die Intensivstation der Inneren Medizin. Für Risiko-Patienten stehen insgesamt zwölf Einzelzimmer zur Verfügung. Das ist wichtig, wenn es um die Bekämpfung hochgefährlicher Keime geht.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 18:07 Uhr

Sie lächelte zufrieden unter ihrem weißen Bauhelm. Gesundheitsministerin Kristin Alheit war gestern dabei, als die ersten Module für die neue Intensivstation der Inneren Medizin am Kieler Uni-Klinikum (UKSH) angeliefert und vom mächtigen Kran an den Haken genommen wurden. Das entstehende zweistöckige Gebäude bietet künftig deutlich bessere Möglichkeiten, mit gefährlichen Keimen fertig zu werden. Im Gegensatz zum alten Haus mit seinen früheren Zwei- und Dreibett-Zimmern können auf der neuen Station insgesamt zwölf Risiko-Patienten vollständig isoliert werden. Szenarien wie vor einem Jahr, als der resistente Acinetobacter-Keim 4-MRGN auf insgesamt 30 Patienten übersprang, sollen der Vergangenheit angehören. Die Kosten von knapp 8 Millionen Euro trägt das Land.

Der Neubau in Modulbauweise ist eine Übergangslösung für die nächsten fünf Jahre. Voraussichtlich 2020/21 wird die Intensivstation endgültig umziehen – in das Zentralklinikum, das dann alle Häuser des UKSH unter einem Dach beherbergen wird. Ähnliche Häuser in Steckbauweise stehen bereits für das Zentrallabor und die Notfallaufnahme, auch die Frauenklinik weicht für einige Jahre in eine „Container-Klinik“ aus.

Bei den Bodenarbeiten vor den beiden Häusern der Inneren Medizin erlebten die Planer und Ingenieure einige Überraschungen. So hat man im Erdreich neben alten Fundamentresten auch eine Stromtrasse gefunden, die auf keiner Zeichnung eingetragen war. Und sogar ein alter breiter Schacht vermutlich noch aus Kaisers Zeiten wurde entdeckt – immerhin 15 (!) Meter tief. „Gut, dass kein Bagger dort hereingerutscht ist“, erklärte Hans-A. Bilzhause als Geschäftsführer der Gebäude-Management Schleswig-Holstein (GMSH). All diese Schwierigkeiten aber sind längst überwunden, der Interimsbau der Intensivstation steht auf sicherem Grund. Und Ministerin Alheit kommt bald gerne zurück ans UKSH: „Ich freue mich, wenn wir in ein paar Wochen zur Einweihung das rote Band durchschneiden.“

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