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Bei den Linken kracht’s: Kreisvorstand tritt wegen OB-Kandidatur zurück

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kieler Kreisvorstand der Linken ist aus Protest über das Verhalten ihres Kreissprechers Detlef Hackethal (59, Foto) zurückgetreten. Hackethal hatte unserer Zeitung am Montagabend seine Kandidatur für das Kieler Oberbürgermeisteramt erstmals bestätigt. Der Vorstand las die Nachricht erst am Dienstag (wir berichteten) und zeigt sich über den Alleingang „erbost und menschlich enttäuscht“. „Mit seiner Kandidatur ignoriert Hackethal den erklärten Willen der Genossen, die ihn einst zu ihrem Kreissprecher gewählt hatten“, sagt André Groß , Ex-Vorstand.

Der Kreisverband hatte kürzlich beschlossen, keinen eigenen Kandidaten für die OB-Wahl aufzustellen. Deshalb hatte sich Hackethal spontan entschlossen, als Einzelbewerber zu kandidieren. Hackethal: „Wir müssen den Möbel-Kraft-Gegnern und den Hartz-IV-Empfängern eine Stimme geben und gerade als Linke antreten, wenn es nur die Wahl zwischen CDU und SPD gibt.“ Dies äußerte er auch bei der Kreisvorstandssitzung am Dienstagabend. Für diese Beweggründe habe man Verständnis, sagt Groß. Mit dem Festhalten Hackethals an der Funktion des Kreissprechers sei seine Kandidatur als Unabhängiger zur OB-Wahl aber immer auch mit seinem Partei-Ehrenamt verknüpft, kritisiert er. „Die fünf weiteren Mitglieder des Kreisvorstandes sahen sich deshalb gezwungen, geschlossen zurückzutreten und so den Weg für die Neuwahl des kompletten Kreisvorstandes freizumachen.“ Die Linke will in einen inhaltlich kritischen Dialog mit beiden Partei-Kandidaten Ulf Kämpfer (SPD) und Stefan Kruber (CDU) treten.

Innerhalb von vier Wochen soll es eine Mitgliederversammlung mit Vorstands-Neuwahlen geben. Hackethal: „Es tut uns gut, wenn wir uns neu aufstellen.“ Er sei mit kurzer Unterbrechung seit 2005 Sprecher und „wir brauchen mal frischen Wind, mehr Mitglieder, die sich engagieren“.

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erstellt am 06.Feb.2014 | 04:49 Uhr

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