Bauern setzen auf mehr Naturschutz und weniger Dünger

Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz.
Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz.

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30. März 2017, 14:37 Uhr

Der Bauernverband spannt politisch neu an und will Veränderungen in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft gestalten. In einem gestern vorgestellten Positionspapier spricht er sich für mehr Vertragsnaturschutz, eine verantwortungsvolle Tierhaltung und eine am Pflanzenbedarf orientierte Düngung aus. Die Bürger interessierten sich dafür, „was auf dem Feld passiert“, sagte Präsident Werner Schwarz (Foto) in Kiel. Ausdrücklich wollte Schwarz den Vorstoß nicht als Forderungskatalog an die Politik verstanden wissen, sondern als Appell nach innen und als Signal, „dass wir die Wagenburg verlassen.“

Das Papier sei in einem langen Diskussionsprozess entstanden und formuliere Standards für eine gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft. Dazu gehört ein Bekenntnis zu „attraktiv dotierten Vertragsnaturschutzmaßnahmen“ und zur „Initiative Tierwohl“. Schwarz verteidigte zugleich das Schwänzekürzen bei Ferkeln und das Veröden der Hornanlage bei Kälbern. Ein Verzicht sei erst möglich, wenn sichergestellt sei, dass Alternativen nicht zu mehr Tierleid führten. Solche Alternativen gebe es noch nicht. Zugleich bekennt sich der Verband zu „weiteren Fortschritten bei der Verringerung des Antibiotika-Einsatzes“ in Tierställen. Kurskorrekturen markiert das Papier bei der Düngung. „Der Pflanzenbedarf bestimmt die Ausbringung, und sie wird nicht vom vollen Güllebehälter diktiert“, sagte Schwarz. Der Verband empfiehlt den Bauern deshalb, über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus Lagerkapazitäten aufzubauen.

Der Bauernverband hat 21  000 Mitglieder, darunter 10  000 aktive Landwirte. In Schleswig-Holstein gibt es noch 12  800 bäuerliche Betriebe.

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