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Kleiner Kiel-Kanal : Bau des Kiel-Kanals beginnt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern läuteten Vertreter der Stadt und des Landes den offiziellen Baustart auf der Holstenbrücke ein.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 14:13 Uhr

200 Meter lang ist die Baustelle Holstenbrücke. Mit einer Fläche von bis zu 8800 Quadratmetern wird die Installation des Kleinen Kiel-Kanals für die nächsten zwei Jahre hinweg das Bild der Kieler Innenstadt erheblich prägen. Gestern ging der nach wie vor umstrittene Kiel-Kanal in die erste Bauphase.

„Wir haben hier einen Dominostein gesetzt“, begrüßte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer die Anwesenden der Baufeier, „der viele positive Entwicklungen zur Folge haben wird.“ Kämpfer räumte ein, dass der Bau des Kleinen Kiel-Kanals bis heute kontrovers diskutiert wird: „Das ist aber kein Grund, etwas zu lassen.“ Sehr stolz sei die Stadt Kiel darauf, erklärte der OB, dass es Investoren gegeben habe, „die ihre Millionen investiert haben, weil sie wirklich daran geglaubt haben.“ Als „Neue Mitte“ visionierte Kämpfer die entstehenden Wasseranlagen, die ähnlich wie beim dänischen Vorbild Aarhus eine Aufwertung der Innenstadt bewirken sollen.

Als „Meilenstein der Revitalisierung der Kieler Innenstadt“ bezeichnete Baustadträtin Doris Grondke das „äußerst couragierte Bauprojekt“. Die einstige Funktionstrennung von Wohnen, Arbeit und Handel habe in den vergangenen Jahrzehnten zur Verödung der Innenstädte geführt. „Wir müssen das Wohnen, das Leben und Freizeitgestaltungen zurück in die Innenstädte holen, damit Menschen hier gern verweilen.“ Der Kanal als Wasserverbindung zwischen Bootshafen und dem Kleinen Kiel werde, so Grondke, so etwa der Steigerung der Aufenthaltsqualität dienen und die Altstadt in ihrer ursprünglichen Form wieder ablesbar machen.

Den Kritikern des Kleinen Kiel-Kanals hielt Wolfgang Erichsen, Vorsitzender des Forums Innenstadt, die Entwicklung des dänischen Vorbilds entgegen: „Aarhus war eine graue Stadt.“ Die Wiedereröffnung des Flussbettes sei dank ambitionierter Planung „ein tosender Erfolg“ gewesen. Und: Aarhus trägt den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2017“, betonte Erichsen.

Im Dezember 2019 wird der Kleine Kiel-Kanal nach jetziger Planung fertig gestellt. Zwei künstliche Wasserbecken mit einer Tiefe von 1,5 Metern sollen dann für eine attraktivere Innenstadt sorgen. Das Becken im Bereich der jetzigen Holstenbrücke wird 118 Meter lang und 12 Meter breit sein, die Wasserfläche am Berliner Platz Abmessungen von 45 mal 22 Meter haben. Die Kosten: insgesamt 12 Millionen Euro. Diese werden zum großen Teil mit Mitteln der Städtebauförderung des Landes finanziert. Die Stadt Kiel trägt 3 bis 3,5 Millionen Euro der Kosten.

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