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Neues Recht : Bau-Boom in Kiel hält an

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum Jahresende haben Investoren etliche Bauanträge eingereicht – Ein Grund sind verschärfte Neubaubedingungen.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 18:08 Uhr

Einige Pläne von Investoren sind schon länger bekannt – nun machen sie Nägel mit Köpfen. Hotels, Boarding-Haus, Wohn- und Geschäftsgebäude in der Kieler Innenstadt gehören dazu. Andere Projekte, besonders im Wohnungsbau, stehen zusätzlich in der Pipeline: Das Rathaus freut sich über „enorm viele Bauanträge“, die noch vor Jahresende eingereicht worden sind. Das teilte die Leiterin des Bauordnungsamts, Birgit Kulgemeyer, in der Bauausschuss-Sitzung am Donnerstagabend mit. Der Boom in der Landeshauptstadt setzt sich damit fort.

Im Wohnungsbau wollten Antragsteller die Gunst der Stunde nutzen, weil sie annehmen, dass das Bauen in diesem Jahr teurer wird. Drei Beispiele: 45 Wohneinheiten sollen in einem Mehrfamilienhaus in der Haßstraße, 41 in der Fleethörn, mehr als 60 in der Eichhofstraße entstehen. Vorhaben dieser Art zögen sich durch das gesamte Kieler Stadtgebiet, so Kulgemeyer. Hintergrund ist eine neue Energieeinsparverordnung mit höheren Anforderungen an den Wärmeschutz. Für Neubauten verschärfen sich die Bedingungen etwa im Hinblick auf die Dämmung. Mit dem Antrag sichern sich die Investoren das Bauen zu Standards von 2014. Das Antrags-Datum zählt.

Die Verwaltung klopft sich indes selbst auf die Schulter für die gute Konzeption der Innenstadtentwicklung – und erntet auch von außen Lob: So zeigt sich ein Projektentwickler „positiv überrascht“ von der Schnelligkeit der Behörde: Andrej Pomtow von Fokus Development, zuständig für den Neubau am Berliner Platz (dort, wo sich nach unbestätigten Informationen die Mode-Kette Primark ansiedeln will), sagt, der Antrag sei am 11. November eingereicht worden. Dass die Stadt eine Baugenehmigung bereits für Mitte Januar ankündigt, „ist nicht der Normalfall“.

Neu auch: Das Hamburger Unternehmen DI-Development hat für ihre geplante Neuentwicklung des C&A-Blocks den Bauantrag gestellt. Nach dem Abriss des alten Komplexes sollen dort neben einem Hotel ein angeschlossenes Boarding-Haus sowie ein Wohnhaus entstehen. Zudem will die Lindner Hotels AG mit dem Neubau eines Hotels südlich des Hauptbahnhofs an der Kaistraße loslegen – Antrag ist gestellt.

Bei aller Freude über die positiven Signale mahnte Wolfgang Homeyer (CDU) im Bauausschuss an, dass die architektonische Qualität der Neubauten nicht leiden dürfe. Die Stadt solle nicht „jedem Investor hinterherlaufen, der mit Geldscheinen wedelt“. Eine Antwort der Verwaltung sind Fassaden-Wettbewerbe.

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