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Bundestagswahl : Bartels: „Ein super Ergebnis in Kiel“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der SPD-Direktkandidat gewann den Wahlkreis 5 mit deutlichem Abstand zum CDU-Kandidaten. Gemischte Gefühle gab es dennoch bei der Wahlparty - Die Genossen waren vom Bundesergebnis enttäuscht.

Enttäuschung auf der einen Seite, Freude auf der anderen, das ergibt eine Gemütslage bei der Kieler SPD, die man verhalten nennen kann. Schließlich haben die Sozialdemokraten zwar im Vergleich zur letzten Bundestagswahl zugelegt und auch den Wahlkreis 5 (Kiel, Kronshagen, Altenholz) gewonnen – mussten jedoch den Erfolg der eindeutigen Wahlgewinnerin des Abends, Kanzlerin Angela Merkel, anerkennen. Diese Überraschung, ein Hauch Häme über den Absturz der FDP und ein Stück Ratlosigkeit dazu – diese Mischung war auf den Gesichtern der Kieler Genossinnen und Genossen zu lesen, die sich gestern am Wahlabend traditionell auf dem Ostufer in der „Räucherei“ in Gaarden zur Wahlparty der SPD trafen. Bei Bier und Salzstangen diskutierten die Parteifreunde, später mit Ministerpräsident Torsten Albig und Innenminister Andreas Breitner, aber von Partystimmung konnte erst einmal keine Rede sein.

Auch wenn sich ein klarer Erfolg für den Direktkandidaten im Wahlkreis 5, Hans-Peter Bartels, bereits früh abzeichnete: Gratulieren lassen wollte der 52-jährige Bundestagsabgeordnete sich um kurz nach 19 Uhr, als er in der „Räucherei“ eintraf, nicht. Ein vorsichtiges Lächeln, ein Lob für den „total engagierten Wahlkampf der Kieler Sozialdemokraten“ mehr war da noch nicht drin. Der SPD-Kreischef Jürgen Weber zeigte sich vom bundesweiten Ergebnis enttäuscht. Für die Landeshauptstadt gab er sich jedoch optimistisch: „In den letzten 16 Monaten haben wir vier Wahlen nacheinander für uns entschieden: Landtagswahl, OB-Wahl, Kommunalwahl – und nun die Bundestagswahl.“

Auch wenn der Sieg bis Redaktionsschluss noch nicht offziell bestätigt war, zeigte Bartels (43,0 Prozent*) sich zufrieden: „Zehn Prozentpunkte Unterschied zum CDU-Kandidaten – und das bei dem Bundes-Trend: Das ist ein super Ergebnis“, sagte Bartels: „Ich bin sehr zufrieden.“ Nein, Zweifel habe er nicht wirklich an dem Erfolg gehabt, denn: „Kiel ist eine Stadt, in der wir besonders stark sind.“ Und: „Sicher haben wir hier in Kiel ein ganzes Stück mit dazu beigetragen, dass die SPD im Bund Stimmen dazugewonnen hat.“ Nach wie vor stand er zu seiner Unterstützung des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück als „bester Alternative zu Angela Merkel“.

Bartels, der mit Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke verheiratet ist, trat 1979 als Schüler der SPD bei. Seit 1998 ist er Mitglied des Bundestages, immer als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises 5 eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er 50,7 Prozent der Erststimmen, 2009 waren es 38,2 Prozent. Im März 2013 war er in seinem Wahlkreis mit fast 90 Prozent der Stimmen wieder als Kandidat für den Wahlkreis 5 nominiert worden.

CDU-Konkurrent Thomas Stritzl (33,1 Prozent*) gab sich als fairer Verlierer: „Wir haben toll gekämpft. Dass wir in Kiel ein dickes Brett zu bohren haben, ist bekannt. Wir sind da nun ein gutes Stück weiter.“

So wählte Kiel (Wahlkreis 5)

Zweitstimmen in Prozent*

 

SPD 34,6 (29,6)
CDU 30,2 (25,4)
Grüne 14,1 (17,2)
Linke 6,9  (9,4)
FDP 5,3 (13,4)
AfD 3,7   (-)
Piraten 2,7  (3,0)
Sonstige 2,5  (2,0)

*in Klammern Ergebnis von 2009; bei Redaktionsschluss waren erst 185 von 188 Wahlbezirken ausgezählt

 

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erstellt am 23.Sep.2013 | 07:05 Uhr

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