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Kieler Erfindung : Bambus-Räder rollen an die Startposition

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heute ist Verkaufsstart der Kieler „my Boo“-Räder. Sie bestehen aus dem nachwachsenden Rohstoff Bambus und werden in einem sozialen Projekt in Ghana gefertigt. Kieler Studenten haben vier Modelle entwickelt, Nachfrage gibt es bereits aus Chile und Dänemark.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 06:24 Uhr

Die letzten Vorbereitungen stehen an, bis heute Abend im Kieler Wissenschaftszentrum der sogenannte „Sales-Kick-Off“ beginnt: Die Bambus-Fahrräder der Kieler BWL-Studenten und Jung-Unternehmer Maximilian Schay und Jonas Stolzke rollen an die Startlinie. Heute beginnt der Verkauf der besonderen Modelle, deren Rahmen in einem sozialen Projekt in Ghana zusammengebaut werden (wir berichteten).

Vor rund einem Jahr gingen die beiden Gründer zum ersten Mal mit ihren Prototypen an die Öffentlichkeit. Inzwischen hat sich einiges getan. „my Boo“, so der Markenname, der für die letzte Silbe im englischen Wort für Bambus steht (bamboo“), hat sich zu einer kleinen GmbH gemausert. Das Team ist auf fünf Mitstreiter angewachsen. Bezahlt wird allerdings noch keiner. Das hält die Kosten im Zaum. Neben Schay (23) und Stolzke (21) arbeiten Felix Habke (29), Christian Penke (20) und Paul Kesseler (20) etwa an der Erweiterung des Netzwerks von Händlern mit, welche die vier Modelle – zwei Herren und zwei Damen-Varianten – in Zukunft vertreiben sollen. Bis Jahresende wollen die Kieler in zehn deutschen Städten vertreten sein. 180 der Bambus-Bikes, so Maximilian Schay, wollen sie mindestens im Jahr verkaufen, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Sollte die Nachfrage steigen, seien die Kapazitäten auch auf 30 Räder im Monat erweiterbar, erklärt Jonas Stolzke: „Die Werkstatt in Ghana lässt sich problemlos vergrößern.“ Er und Schay hätten die Produktionsstätte bereits zwei Mal besucht. Zehn junge Ghanaer ohne Ausbildung und Job erhielten dort nach einer Schulung eine Chance auf eine Perspektive.

Teile der Bambus-Räder werden in Dithmarschen von Menschen mit Behinderung gefertigt. Bei „Finisher Sports“ in Fockbek erhalten die Modelle, von denen es eins mit Kettenschaltung und eins mit wartungsärmerer Nabenschaltung sowie besserer Bremse gibt, ihre Komponenten. Sie sind im Internet (www.my-boo.de) oder bei Fahrradhändlern erhältlich. Der Preis ist durchaus stolz: Das Einstiegsmodell kostet 1980, die Komfort-Variante 2480 Euro. Interesse gibt es schon im Ausland – Händler in Chile und Dänemark haben Rahmen bestellt.

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