Freilichtmuseum Molfsee : Bald fahren die Bagger vor

So soll es künftig aussehen: Diesen Blick auf das Volkskundemuseum werden die Besucher des Freilichtmuseums in gut drei Jahren genießen können.
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So soll es künftig aussehen: Diesen Blick auf das Volkskundemuseum werden die Besucher des Freilichtmuseums in gut drei Jahren genießen können.

Mit dem ersten Spatenstich für das künftige Volkskundemuseum beginnen in Molfsee die aufwendigen Bauarbeiten. Elf Millionen Euro verschlingt das Projekt. Eröffnung wird voraussichtlich Ende 2020 sein.

shz.de von
30. März 2017, 18:10 Uhr

Das Freilichtmuseum in Molfsee vor den Toren der Landeshauptstadt verändert sein Gesicht. Auf dem staubigen Parkplatz-Areal erfolgte gestern der erste Spatenstich für das neue landesweite Volkskundemuseum. Spätestens Ende 2020 soll der moderne Komplex stehen. Er dient dann nicht nur als schmuckes Entrée zum Gelände mit seinen historischen Gebäuden. Er macht das Museum, das bislang stets geruhsamen Winterschlaf gehalten hat, künftig zu einem Ganzjahresmuseum.

Elf Millionen Euro verschlingt der Neubau, der mit seinen beiden Haupthäusern die traditionelle Scheunen-Architektur aufnimmt. Ohne den vor einigen Jahren vollzogenen Anschluss des Freilichtmuseums an die Stiftung der Landesmuseen Schloss Gottorf wäre das Projekt nie zustande gekommen. Das betonten die Macher, die gestern zum Spaten greifen durften. Zehn Millionen Euro steuert das Land Schleswig-Holstein bei, die restliche Million besorgt der Förderverein mit einer Spendenkampagne.

Anke Spoorendonk, die scheidende Kultusministerin und Stellvertreterin von Ministerpräsident Torsten Albig im Vorsitz des landesweiten Stiftungsrates, verknüpft mit dem Neubau große Hoffnungen. „Wir können Kontinuitäten und Brüche zeigen, Schleswig-Holstein auch als Einwanderungsland präsentieren“, sagte sie. Das soll auch auf die Besucherzahlen durchschlagen. Zählte man in Molfsee einst gut 300  000 zahlende Gäste, sind es nämlich aktuell nur noch 100  000.

Für den modernen zweigeschossigen Neubau, der auch Arbeitsräume aufnehmen wird, haben die Eingeweihten längst eine griffige Abkürzung gefunden. Sie sprechen vom AEG, dem „Ausstellungs- und Eingangsgebäude“. Das den Besuchern so vertraute Torhaus hat ab 2020 ausgedient.

Sorgen um einen Parkplatz müssen sich Gäste nicht machen, entkräftet Museumsleiter Wolfgang Rüther Befürchtungen. Trotz der Bauarbeiten werden genügend Abstellplätze vorhanden sein. Und bei Großveranstaltungen ist für Ausweichquartier auf der grünen Wiese gesorgt – Pendeldienst zum Torhaus inclusive. Rüther höchstpersönlich eröffnet an diesem Wochenende die neue Saison im Freilichtmuseum Molfsee. Am Sonntag, 1. April, erklärt er in einer Führung ab 11 Uhr die vorhandene museale Alltagskultur und die Bedeutung der künftigen Volkskundesammlung.  

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