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Umfrage : Bäderregelung „trifft uns sehr schmerzlich“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern war der letzte Sonntagsverkauf bis Mitte März. Eine Blitz-Umfrage unter Geschäftsleuten in und um Kiel.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 00:31 Uhr

So deutlich wie Ralph Reichelt sagt es keiner der gestern befragten Händler: „Alle haben nur dadurch verloren. Niemand hat etwas gewonnen“ – der Filialleiter des „Sky“-Supermarkts in Kiel-Schilksee bedauert die neue Bäderregelung, die wie berichtet nun in Schleswig-Holstein gilt, sehr. Kunden hätten weniger Einkaufsmöglichkeiten, sein Markt mache weniger Umsatz, seinen Mitarbeitern entgehe eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit – „und das Land verliert Steuern“, so Reichelts Verlierer-Rechnung.

Gestern durften die Geschäfte in Touristen-Zentren an Nord- und Ostsee, beispielsweise auch in Schilksee und Laboe auf dem Ostufer der Kieler Förde, zum letzten Mal öffnen. Erst am 16. März beginnt wieder die Saison für das Sonntags-Shopping. Dann beschränkt auf sechs Stunden – zwei Stunden weniger als zuvor. Für ein Stimmungsbild haben wir gestern eine kleine Telefonumfrage gestartet. Ergebnis: Keine einheitliche Meinung. Neben der ablehnenden Haltung aus Schilksee gibt es auch Verständnis, sogar eine gewisse Freude über die neu gewonnene Freizeit. Wie bei Brigitte Gehrke, die ihre „Kerzenscheune“ im Ferienzentrum Holm/Kalifornien in Schönberg betreibt. Unter anderem können Kunden dort selbst Kerzen ziehen – ein absolutes Freizeitprogramm. Im Sommer hat Gehrke täglich geöffnet. „Ich kann mit der neuen Regelung für den Sonntag leben“, sagt sie spontan. Ab dem 20. Januar mache sie sowieso Betriebsferien für vier Wochen. Reagiert hat sie auch schon: „Früher hatte ich meinen Ruhetag Montags, jetzt ist es eben der Sonntag“, sagt Brigitte Gehrke. Und fügt hinzu: „Mir gefällt es auch, mal wieder sonntags frei zu haben.“

Nicht alle möchten sich zur Verordnung äußern. Eine Händlerin in Laboe, die nicht mit ihrem Namen genannt werden möchte, hält sich bedeckt. Man müsse erst mal abwarten, sagt sie. Eine ältere Dame, die einen Kiosk betreibt, sieht es pragmatisch: „Jetzt ist sowieso geschlossen. Die Ruhephase im Winter haben wir uns doch verdient.“

„Sky“-Filialleiter Reichelt bleibt dabei: „Die Verordnung trifft uns sehr schmerzlich“, betont er. „Der Sonntag war für mich einer der stärksten Verkaufstage der Woche.“ Er werde schauen, wie sich der Umsatz entwickelt – aber: „personaltechnisch werde ich nun auf die Bremse treten“.

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